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FACTS ARENA 7-8/2018

Kategorie: Aktuelle Ausgabe

Der feine Unterschied

Heutzutage ist die Arbeitswelt dynamischer als je zuvor. Klassische Strukturen weichen Konzepten wie Co-Working-Plätzen und es wird mehr in Projekten und somit in wechselnden Teams gearbeitet. Dass hierbei neue Anforderungen an den Arbeitsplatz entstehen, ist selbstverständlich. Bei Bürostühlen ist eine Anpassung notwendig, die komfortables und ergonomisches Sitzen für verschiedenste Mitarbeiter ermöglichen soll. Um dabei keine Produktivitätsverluste zu erleiden, ist es wichtig, dass das richtige Einstellen der Stühle schnell und einfach durchgeführt werden kann. FACTS hat zwei Bürostühle mit sehr ähnlicher Funktionalität verglichen, die den genannten Anforderungen gerecht werden sollten.

 

So ähnlich, dass sie fast Geschwister sein könnten – das dachten die Testredakteure jedenfalls, als die beiden Bürodrehstühle „Monico“ von Original Steifensand und „HAG Futu mesh“ von Flokk, die eigentlich jeweils für einen Einzeltest vorgesehen waren, in der Redaktion eintrudelten. Doch so ähnlich sich die beiden auf den ersten Blick auch sind (abgesehen von der Farbe des Sitzes und des Rückens) und so sehr sie sich auch in ihrer Funktionalität grundsätzlich gleichen, spätestens auf den zweiten Blick wird klar, dass es doch kleine, aber feine Unterschiede gibt. Grund genug, die beiden Modelle in einer Arena einander gegenüberzustellen. 

Beide machen einen sehr hochwertigen Eindruck, der Monico gleicht dabei eher einem klassischen Bürostuhl und wirkt etwas mächtiger, woran unter anderem die größere Sitzfläche „schuld“ ist. Die Y-förmige Spange im Rückenbereich lässt den Stuhl dabei aber sehr edel aussehen. Der Futu mesh hingegen macht eine geschwungene, schlanke Figur. Zusammen mit den ansehnlichen Metallstreifen auf dem Drehkreuz entsteht so eine sehr moderne Erscheinung, die bei den Testern ebenfalls einen sehr guten optischen Eindruck hinterließ.

VERGLEICHBARE AUSSTATTUNG

Der erste Kandidat, der Monico-Bürodrehstuhl von Original Steifensand, der per Baukastensystem selbst zusammengestellt werden kann, wurde in leicht anderer Ausstattung bereits von FACTS (siehe FACTS-Test 2-3/2018) getestet. Es gibt schier unerschöpfliche Möglichkeiten, den Stuhl individuell zu gestalten und sich so sein individuelles Produkt zusammenzustellen. Im Arena-Test nutzen wir ein Modell mit der „M7 Aktiv Synchron Mechanik“, einer zusätzlichen Lordosenstütze und einer Netzbespannung im Rückenbereich. Durch diese Zusammenstellung hat der Stuhl fast dieselben Eigenschaften wie der HAG Futu mesh, den es ebenfalls in mehreren Varianten gibt, allerdings nicht in einem Baukasten-prinzip wie beim Monico. Alles in allem sind die beiden Modelle aber sehr gut vergleichbar.

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TASTEN STATT HEBEL: Die Bedienung durch die Schiebetasten ist bei beiden Stühlen sehr gut gelungen. Unterschiede zwischen dem Monico (o.) und dem Futu mesh (u.) gibt es kaum.

 

 

Beide Kandidaten zeichnen sich unter anderem durch die verwendete Tastenmechanik aus, die keine Hebel und Rädchen, sondern bis auf wenige Ausnahmen Schiebetasten verwendet und die mit geringem Kraftaufwand gezogen beziehungsweise geschoben werden kann, um eine bestimmte Funktion auszulösen. Langes Kurbeln kann man sich also sparen und stattdessen mit einem schnellen Handgriff beispielsweise die Rückenlehne, die Sitzhöhe oder die Sitzneigung verstellen. Dieser Zeitgewinn ist genau das, was beim Arbeiten an einem Co-Working-Platz hilfreich ist. Bei beiden Stühlen ist die Bedienung ähnlich einfach und intuitiv vorzunehmen; nur im direkten Vergleich ließen sich leichte Unterschiede feststellen:

DIREKTER VERGLEICH

So ist die Arretierung der Synchronmechanik, die bei beiden Stühlen leicht und intuitiv auszuführen ist, beim Monico an drei Positionen feststellbar, während der HAG Futu mesh sich nur in einer Position arretieren lässt. Einen leichten Unterschied fanden die Testredakteure auch bei der Sitztiefenverstellung, die sich beim Monico etwas intuitiver und „geschmeidiger“ durchführen ließ; beim HAG-Stuhl hakte die Taste beim ersten Ausprobieren – je länger getestet wurde, desto runder lief aber auch diese Funktion. Und auch im Hinblick auf die Lordosenstütze ließ sich ein signifikanter Unterschied feststellen: Diese ist beim Futu mesh lediglich in der Höhe verstellbar, der Monico lässt eine Verstellung in Höhe und Tiefe zu. Im direkten Vergleich ist die Stütze beim Monico sogar ein Stück höher einzustellen – ein Vorteil, wenn auch etwas größere Menschen Platz nehmen möchten.

Wenn man einen Co-Working-Arbeitsplatz beim Testen im Hinterkopf hat, spielt auch die Verstellung der Armlehnen eine große Rolle: Schließlich wollen hier auch Menschen mit einem größeren Körperumfang Platz nehmen und da ist es von Vorteil, wenn die Armlehnen sich nicht nur in der Höhe und Breite, sondern auch in der Weite verstellen lassen, die Lehnen also nach vorne und hinten verschoben werden können. Das ist kein Problem beim Monico, letztere Einstellung lässt sich beim Futu mesh allerdings nicht vornehmen. Optisch empfanden die Tester die Armlehnen hier zwar als ansprechender und moderner, die Oberfläche wiederum fand beim Monico größeren Anklang, da das Gefühl beim Auflegen etwas angenehmer war, genauso wie die etwas größere Ablagefläche, von der man nicht so schnell abrutscht.

Die insgesamt fünf Einstellungen zum Neigungswinkel der Rückenlehne sind beim Futu mesh absolut ausreichend. Wer ein paar mehr und feinere Abstufungen wünscht und den Neigungswinkel sehr weit öffnen möchte, trifft mit der M7-Mechanik des Monico die richtige Wahl.

FAZIT

Beide Stühle sind bei den Testern gut bis sehr gut angekommen, vor allem optisch hatte der Futu mesh die Nase leicht vorn. Einen kleinen Vorsprung als Gesamtsieger hat jedoch der Monico von Original Steifensand. Die Möglichkeiten, die das riesige Baukastensystem mit sich bringt, sind dabei nur das i-Tüpfelchen. Auch wenn die Bedienung bei beiden Modellen wirklich sehr gut gelungen ist und die Bedienungsanleitungen jeweils alles kurz und bündig erklären, so gelang es den Testern beim Monico, fast jede Einstellung einen Hauch schneller und einfacher durchzuführen. Das größte „Manko“ des Futu mesh sind die Armlehnen, die zwar optisch sehr ansprechend sind, aber keine Verstellung nach vorne und hinten ermöglichen, und eine – in den Augen der Tester – zu kleine Auflagefläche bieten. Gegen einen Aufpreis sind hier allerdings 3D-Armlehnenauflagen erhältlich. Übrigens: Farben und Stoffe lassen sich bei beiden Stühlen individuell wählen. Die der Redaktion zur Verfügung gestellte Variante des Futu mesh hinterließ einen robusten, aber ebenso „rauen“ Eindruck – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Zwar wird durch die Stoffwahl ein Ab- oder Hin-undher-Rutschen auf der Sitzfläche verhindert, allerdings präferieren vor allem die weiblichen Tester weichere Bezüge, die an den Beinen und bei feinerer Kleidung deutlich angenehmer sind.

Jonah Jeschonneck/Anna Köster

 

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 Fotos: Elmar Wolff

 
 
 
 

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