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FACTS ARENA Höhenverstellbare Schreibtische 5/2017

Kategorie: Aktuelle Ausgabe

Tischlein, beweg dich!

Höhenverstellbare Schreibtische unterstützen ein gesundes Arbeiten und beugen nicht nur Ermüdungserscheinungen vor, sondern vermeiden auch ernstzunehmende Rückenleiden. Auch die Deutsche Krankenversicherung sieht laut DKV-Report 2016 ein gesundes Verhalten am Arbeitsplatz erst dann erreicht, wenn mindestens 25 Prozent der Arbeitszeit im Stehen (oder auch Gehen) verbracht werden. Was aber muss ein Schreibtisch, der für das Arbeiten im Sitzen und im Stehen gedacht ist, können, um wirklich für das Arbeiten im Büro geschaffen zu sein? FACTS hat drei elektrisch höhenverstellbare Schreibtische des Preissegments unter 600 Euro miteinander verglichen, die ab Lager sofort lieferbar sind.

Immer mehr Unternehmen setzen auf eine optimale Arbeitsumgebung für ihre Mitarbeiter. Investiert wird vor allem in ergonomische Büroausstattung. Im Wesentlichen besteht diese aus einem modernen Bürostuhl und einem höhenverstellbaren Schreibtisch, der im besten Fall motorisch verstellt wird, damit sich das Auf- und Abwärtsfahren der Tischplatte mit einem Handgriff, leise und ohne Kraftaufwand bewerkstelligen lässt und der Anwender das abwechselnde Arbeiten im Stehen und Sitzen auch wirklich nutzt. Das alles muss gar nicht mal teuer sein, denn auch im Preissegment unter 600 Euro gibt es, wie der FACTS-Vergleich zeigt, Produkte, die richtig gut sind. Allerdings sind nach Meinung der Redaktion nicht alle Testkandidaten für den professionellen Einsatz im Büro geeignet. Die Inspiration für den Test kam durch einen „Youtuber“, der sich aufgrund seines eigenen Bedarfs für sein Homeoffice mit höhenverstellbaren Schreibtischen auseinandergesetzt hatte. Ob diese Produkte sich auch für den professionellen Einsatz eignen – dieser Frage wollte FACTS nachgehen: Zwei Produkte, die FACTS in die Arena geschickt hat, kommen aus dem Hause Inwerk, einem großen Büromöbelausstatter aus Meerbusch bei Düsseldorf, der mit den höhenverstellbaren Schreibtischen „Masterlift 2“ und „Imperio Lift“ eigene Produktentwicklungen vertreibt. In der gleichen Preisklasse bietet auch das Unternehmen IKEA einen elektrisch höhenverstellbaren Schreibtisch an. Dieser hat vom schwedischen Möbelhaus den schönen Namen „Bekant“ bekommen. Alle drei Schreibtische sind sich auf den ersten Blick sehr ähnlich. Sie lassen sich elektrisch in der Höhe verstellen und es besteht die Möglichkeit, stehend und sitzend zu arbeiten. Der Höhenverstellbereich ist nahezu identisch, bei der Geschwindigkeit des Motors hinkt der IKEA-Tisch den beiden anderen Kandidaten etwas hinterher. Anzumerken ist noch, dass der Masterlift 2 sogar mit einer hochwertigen Linak-Antriebstechnik ausgestattet ist, die sonst in der Regel nur bei doppelt so teuren Tischen zu finden ist. Bei genauerem Hinsehen und vor allem beim ersten „Anfassen“ fällt allerdings auch dem Laien auf, dass sich die Tische im Hinblick auf die Stabilität unterscheiden. Während beide Produkte aus dem Hause Inwerk einen äußerst stabilen Eindruck machen, ist der aus Schweden stammende Bekant eher ein Wackelkandidat. Schon beim ersten leichten seitlichen Anstoßen gerät der gesamte Tisch ins Wanken. Am wenigsten von Bewegungen beeinflussen lässt sich der Masterlift 2, da der Tischunterbau bei diesem Modell am stabilsten ist. Ähnlich verhält es sich beim einfachen Aufstützen auf die Tischplatte. Den Inwerk-Modellen macht das nichts aus. Die Platten verbiegen sich nicht. Aufgrund der zehn Millimeter dünneren Tischplatte gibt der IKEA-Tisch hier recht schnell nach. Die beste Haltung bewahrt der Masterlift 2, was beim Blick unter den Tisch nachvollziehbar wird: Die Platte des Masterlift 2 ist mit 26, die des Imperio Lift mit acht und die des Bekant nur mit vier Befestigungspunkten an dem Gestell befestigt.

DIE SICHERHEIT GEHT VOR

Ganz wichtig im Test für die Redakteure war der Punkt Sicherheit: Als Erstes hat FACTS daher die Kufenlänge und damit ein maßgebliches Kriterium für die Kippsicherheit bewertet. Alle drei Modelle sind zwar relativ kippsicher, aber auch hier gibt es Unterschiede zu vermerken. Der Masterlift 2 gewinnt mit einer Kufenlänge von 76 Zentimetern, gefolgt vom Imperio Lift mit 74 Zentimetern. Das Schlusslicht bildet der Bekant mit nur 64 Zentimetern. Düster sah es für den Kandidaten aus dem hohen Norden beim Test des Kollisionsschutzes aus, der dafür sorgen soll, dass der Tisch beim Herunterfahren sofort stoppt, falls er auf ein Hindernis trifft. Dieses Hindernis kann sowohl ein Bürostuhl sein, als auch – im schlimmsten Fall – die Hand eines Kollegen. FACTS hat für diesen Test den Tischen beim „Herunterfahren“ die Armlehne eines Bürostuhls in den Weg gestellt. Die Inwerk-Tische haben das Hindernis sofort erkannt, die Bewegung des Tischs gestoppt und sind wieder ein Stück zurückgefahren, um den Stuhl freizugeben. Den IKEA-Tisch hat aufgrund des fehlenden Kollisionsschutzes der im Wege stehende Bürostuhl nicht weiter interessiert, er hat ihn gequetscht und so richtig in die Federn gedrückt. Für die FACTS-Redaktion war das eigentlich schon das K.O.-Kriterium für den professionellen Einsatz. Das besondere Etwas bietet der Masterlift 2: Wenn auch optional, sind eine Höhenprogrammierung und verschiedene Steuerungsmöglichkeiten erhältlich, die sich über einen PC realisieren lassen (siehe auch Kasten). Eine Software erinnert den Anwender beispielsweise daran, sich mal in eine neue Position zu begeben, um die Körperhaltung am Schreibtisch zu wechseln. Motivierend: Der hierdurch entstehende Kalorienverbrauch wird ebenfalls angezeigt.

 

FAZIT

Den Test gewonnen hat ganz klar der Inwerk Masterlift 2, der nach Meinung der Redaktion am besten für den professionellen Einsatz im Büro geeignet ist. Der Imperio Lift, ebenfalls von Inwerk, machte beim Test ebenso eine gute Figur. Wenn der Anwender auf eine alternative Steuerung verzichten und mit einer etwas geringeren Stabilität leben kann, ist der Imperio Lift, der etwas mehr als 100 Euro günstiger ist, genau die richtige Kaufentscheidung. Vom professionellen Einsatz des Wackelkandidaten „Bekant“ von IKEA würde die Redaktion abraten. Der entscheidende Grund im Test war der fehlende Kollisionsschutz. Darüber hinaus ist er nicht einmal, wie man vielleicht vermuten könnte, der „Billigste“ im Test: Er kostet nahezu so viel wie der Testsieger und rund 100 Euro mehr als der Zweitplatzierte.

Klaus Leifeld

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Fotos: shutterstock (1)

 

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