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ARENA Monitorhalter 12/2015

Kategorie: Aktuelle Ausgabe

Billig gegen günstig

Für einen wirklich ergonomischen Arbeitsplatz ist ein Monitorhalter unverzichtbar, denn auch der Flachbildschirm am Arbeitsplatz sollte sich jeder Körperhaltung des Nutzers anpassen. FACTS hat in dieser Arena die Einsteigermodelle mit einem Preis von unter 100 Euro eines Markenherstellers mit einem Produkt aus dem Internetversandhandel gegenübergestellt.

 

Seit der Einführung des Personal Computers ist der dazugehörige Bildschirm von Arbeitsplätzen nicht mehr wegzudenken.  Mit nur wenigen Unterbrechungen verbringen Wissensarbeiter heute den größten Teil ihrer Arbeitszeit davor. Den Monitor daher in das ergonomische Gesamtkonzept eines Arbeitsplatzes einzubinden, ist somit extrem wichtig. Früher war es schwieriger – groß, sperrig und schwer waren die alten Röhrenmonitore. Über eine ergonomische Einstellung brauchte man gar nicht erst nachzudenken. Doch seit der Einführung des Flachbildschirms ist dies wesentlich einfacher geworden. Aber auch Flachbildschirme lassen sich in der Standardausführung nur bedingt einstellen.
Aus diesem Grund stehen Monitore auf vielen Schreibtischen aus Bequemlichkeit oder aus Platzgründen an der aus ergonomischer Sicht falschen Stelle. Die Folgen sind schwerwiegend: von Verspannungen über Augenschmerzen oder Ermüdungserscheinungen bis hin zu Haltungsschäden.

An vielen Arbeitsplätzen wird mittlerweile großer Wert auf eine hohe Ergonomie gelegt. Mit durchdachter Beleuchtung, höhenverstellbaren Schreibtischen sowie ergonomischen Bürostühlen ist es möglich, gesund zu sitzen, seine Körperhaltung regelmäßig zu verändern und Haltungsschäden vorzubeugen. Doch wenn der Bildschirm statisch auf dem Schreibtisch steht, verlieren all diese Maßnahmen an Wirkung. Abhilfe gegen diese Problematik verschafft ein flexibler Monitorarm, mit dem sich der Blickwinkel und der Abstand zum Monitor aus jeder Position heraus optimal halten lassen. Außerdem schafft ein Monitorarm zusätzlichen Platz auf dem Schreibtisch, da der große Monitorfuß wegfällt.
In dieser Arena zeigt FACTS, dass ein guter Monitorarm nicht einmal viel kosten muss. Doch wie schaut es mit der Qualität dieser „Günstig“-Produkte aus? FACTS vergleicht dazu das neue Einsteigermodell von Dataflex mit der Produktbezeichnung viewgo mit dem PX-2114-919 von General Office. Preislich ist der Unterschied nicht groß, denn die unverbindliche Preisempfehlung des Internetlieferanten beträgt beträgt 69,90* Euro. Der Monitorarm viewgo der Firma Dataflex ist dagegen zu einem etwas höheren Preis von 93,90 Euro erhältlich. Ob sich der Preisunterschied bemerkbar macht oder ob man letzten Endes nur für ein Markenprodukt draufzahlt, soll der FACTS-Test zeigen.
Schon beim Öffnen der Verpackung fielen die ersten Unterschiede auf: Das Innere des Kartons sah beim Dataflex-Produkt um einiges vielversprechender aus als beim PX-2114-919, bei dem die Einzelteile lose und nur von Füllmaterialien geschützt waren. Diese Schludrigkeit machte sich dann auch gleich bei Betrachtung des Produkts bemerkbar, denn es wies erhebliche Macken und Kratzer auf.
Der Karton von Dataflex hatte hingegen eine gewisse Ordnung und die Einzelteile waren mit Papptrennern voreinander geschützt. Kratzspuren oder Macken waren hier nicht zu finden.

EINFACHE INSTALLATION

Für die Installation der beiden Monitorarme benötigten die FACTS-Tester ungefähr die gleiche Zeit (rund fünf Minuten). Beide Montageanleitungen waren angemessen beschrieben und der Ablauf des Aufbaus war nahezu identisch. Bei beiden Halterungen besteht die Möglichkeit, diese mit einer Tischklemme oder per „Durchtischbefestigung“ anzubringen. Abgesehen von den unschönen Kratzern am General-Office-Produkt, lässt auch nach Meinung der Redaktion das Design zu wünschen übrig: Die gelochte Aluminiumstange sowie der daran angebrachte schwarze gusseiserne Monitorarm wirken unschön und billig. Ein weiterer Negativpunkt sind die offenliegenden Schrauben – von Abdeckungen wie beim Dataflex viewgo fehlt hier jede Spur.
Das Markenprodukt von Dataflex wirkt sehr hochwertig. Die weiß-matte Legierung gefiel den Testern sehr gut. Zusätzlich bietet Dataflex sein Modell viewgo noch in den Farben Silber und Schwarz an. Beim PX-2114-919  gab es diese Auswahl nicht. Beide Modelle gibt es auch in einer Doppelarm-Ausführung für zwei Monitore.

DESIGN UND FUNKTIONALITÄT

Jedoch sollte beim Erwerb eines Monitorhalters nicht nur die Optik, sondern vor allem die Funktionalität im Vordergrund stehen: Mit dem viewgo von Dataflex ist eine schnelle und unkomplizierte Anpassung der korrekten Höhe des Sehabstands zwischen Augen und Monitor, der je nach Größe des Bildschirms zwischen 50 und 100 Zentimeter liegen sollte, problemlos möglich. Ebenso ist es einfach getan, den Bildschirm zwischen einem Winkel von minus 50 Grad und plus 90 Grad zu neigen.  
All diese Funktionalitäten bietet der General-Office-Monitorarm auch – jedoch wesentlich umständlicher als bei dem Produkt von Dataflex: Alle Gelenke, die man zum komfortablen Ausrichten des Bildschirms benötigt, sind im Gegensatz zum viewgo äußerst schwergängig. Oft benötigt man die zweite Hand dazu, um den Monitor in die korrekten Positionen zu führen. Ein ganz großes Manko ist allerdings das Gelenk, das direkt hinter dem Monitor sitzt und für dessen Drehung zuständig ist. Es lässt sich zwar mit einem Schraubenschlüssel justieren, verstellt sich leider aber sehr schnell wieder, so dass der Monitor entweder zu fest oder zu locker angebracht ist. Zudem ist eine Justierung  nur dann möglich, wenn der Bildschirm vorher vom Arm demontiert wird. In Sachen Reichweite und Flexibilität liegt der viewgo von Dataflex definitiv vorn: Mit einem Schwenkradius von 520 Millimetern ist die Halterung ihrer Konkurrenz stark überlegen, denn der Monitorarm aus dem Internethandel hat nur einen Schwenkradius von 370 Millimetern.
Etwas mehr für ein Markenprodukt zu investieren, lohnt sich also durchaus. Mit weniger als 100 Euro ist der viewgo von Dataflex immer noch sehr günstig. Beim PX-2114-919 erhält man für einen ähnlichen Preis einen Monitorarm, der nicht „günstig“, sondern „billig“ ist.

 

 

INFOErgonmie-Check

Sehbedingungen

  • Abstand „Auge–Monitor“ beträgt je nach Monitor 50–100 Zentimeter.
  • Alle Zeichen sind deutlich erkennbar.
  • Die oberste Bildschirmzeile liegt nicht über Augenhöhe.
  • Die Hauptblickrichtung ist blendfrei.
  • Im Rücken befindet sich keine Lichtquelle.
  • Der Monitor ist jeder Arbeitshaltung entsprechend individuell anpassbar.

Sitzeinstellung

  • Mindestens 90-Grad-Winkel in Hüft- und Kniegelenken.
  • Die gesamte Sitzfläche wird genutzt.
  • Ober- und Unterarm bilden einen 90-Grad-Winkel.
  • Die Schultern sind entspannt.

 

Bewertung:

arena sehrgut

Dataflex viewgo

Installation: 5/6
Verschluss für die Höhenverstellbarkeit: 5/6
Verstellbarkeit/Flexibilität: 6/6
Integration in den Arbeitsplatz: 6/6
Einstellmöglichkeiten: 6/6
Bedienung: 6/6

Gesamtergebnis: sehr gut

 
 arena ausreichend

General Office PX-2114-919

Installation: 5/6
Verschluss für die Höhenverstellbarkeit: 5/6
Verstellbarkeit/Flexibilität: 2/6
Integration in den Arbeitsplatz: 4/6
Einstellmöglichkeiten: 4/6
Bedienung: 2/6

Gesamtergebnis: ausreichend

 

 Christoph Schwantes

 

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