Aktuelles

Aktuelle Ausgabe

FACTS KAUFBERATUNG Internetagenturen 6/2018

Kategorie: Aktuelle Ausgabe

Schöne digitale Welt

Getreu der Redensart „Schuster, bleib bei deinen Leisten“ sollte man Aufgaben aus der Hand geben, von denen man nichts versteht. So geht es vielen Unternehmen, wenn sie sich mit ihrer eigenen Homepage oder anderen digitalen Angelegenheiten auseinandersetzen müssen. Schließlich möchte man einen professionellen Auftritt hinlegen, der möglichst viele Interessenten anzieht. Und da kommen sogenannte Internet- oder Webagenturen ins Spiel, die sich um genau diese Belange kümmern. Worin sich die einzelnen Agenturen auszeichnen, wie sie sich in Bezug auf ihre Aufgaben verändern und worauf es bei der Suche nach einem passenden Dienstleister ankommt, lesen Sie hier.

 

Sind Sie auch schon digital unterwegs? Was für eine Frage! Es gibt schließlich kaum noch ein Unternehmen, das nicht im World Wide Web zu finden ist, wenigstens mit einer eigenen Homepage, immer häufiger aber beispielsweise mit modern gestalteten Shops, interessanten Apps und natürlich im Social-Media-Umfeld. Es verwundert auch nicht, dass ein professioneller Webauftritt als Visitenkarte eines Unternehmens wahrgenommen wird – schließlich ist das Internet für immer mehr Menschen DAS Medium zur Informationsbeschaffung. Wer seine Informationen aber optisch nicht ansprechend und gut strukturiert präsentiert, geht schnell in der Masse unter. Gleiches gilt, wenn die eigene Internetseite aufgrund schlechter oder nicht vorhandener Suchmaschinenoptimierung bei der Google-Suche auf den hinteren Seiten landet und dadurch nicht gefunden wird. Keine Frage: „Schuld“ ist die Digitalisierung und sie wird zukünftig noch mehr von den Unternehmen fordern, damit diese mit dem Wettbewerb mithalten können.

HILFE IST NÖTIG

Große Unternehmen haben oft entsprechende Experten im eigenen Hause, die sich darum kümmern, eine moderne und zum Unternehmen passende Internetpräsenz aufzubauen. Kleinere und mittelständische Betriebe dagegen müssen schauen, wo sie sich diesbezüglich Hilfe holen. Profis, die sich mit allen gängigen Internetdienstleistungen auskennen, gibt es hierzulande inzwischen Tausende. Allein im Jahr 2017 konnten die in Deutschland aktiven Full-Service-Digitalagenturen umsatztechnisch um rund 18 Prozent wachsen, hat das Internetagenturranking 2017 (Quelle: W&V) herausgefunden. Die Full-Service-Digital-agenturen bilden dabei das „kreative Rückgrat“ der digitalen werblichen Kommunikation in Deutschland. Sie entwickeln neue Möglichkeiten und Formate der Präsenz im Internet sowie Werbemaßnahmen und sind für die Gestaltung, Umsetzung und die Betreuung der Unternehmensauftritte verantwortlich. „Mit diesem starken Wachstum lagen die Full-Service-Digitalagenturen deutlich über dem Durchschnitt anderer Branchen“, weiß Anke Herbener, Gründerin und CEO der Digital Changers GmbH und Vorsitzende des Fachkreises Full-Service-Digitalagenturen im BVDW. „Ein wichtiger Grund dafür war die steigende Nachfrage nach Beratungsleistungen rund um die digitale Transformation. Hier setzen die Full-Service-Agenturen mit ihrem Leistungsportfolio an.“

ALLE BEREICHE ABDECKEN

Das reine Erstellen und Pflegen von Websites ist in der heutigen Zeit nicht mehr ausreichend. „Die Zukunft gehört Agenturen, die aus den Rohstoffen Technologie, Data-driven Insights, Media und Content beziehungsweise Kreation einen nachweisbaren Geschäftserfolg für Kunden formen können“, glaubt Plan.net-Chef Manfred Klaus im Rahmen des Internetagenturrankings 2018 und merkt weiterhin an: „Das Digitalgeschäft ist mittlerweile extrem komplex geworden, und es geht darum, den Kunden ganzheitlich strategisch zu beraten und auch in der Lage zu sein, die entwickelten Maßnahmen in allen digitalen Lebensbereichen umzusetzen.“

bild7

 

 

INTERDISZIPLINARITÄT: Durch die Kommunikation über mehrere Kanäle mit entsprechend gestalteten digitalen Inhalten erreichen Unternehmen mehr Kunden. Agenturen, die dies umsetzen können, haben oft klar die Nase vorn.

 

Für die Digitaldienstleister bietet diese Entwicklung also eine ganze Reihe von potenziellen Geschäften – für die Kunden bildet sich ein kleines Schlaraffenland aus kleinen und großen Agenturen heraus, die sich um all die digitalen Belange kümmern, die umgesetzt werden müssen, für die aber im eigenen Unternehmen kein qualifiziertes Personal vorhanden ist oder keine Zeit bleibt. Doch wie soll man wissen, welche von den unzähligen Internetagenturen genau die richtige für das jeweilige Projekt ist? Welche Agentur schafft es, die Anforderungen in ansprechende Marketingmaßnahmen umzusetzen oder die Homepage dank intelligenter Suchmaschinenoptimierung ganz nach vorne zu bringen? Denn auch eine optisch sehr gut gestaltete Seite erreicht nicht ihren Zweck, wenn sie nicht von den Kunden gefunden wird.

Auf der Suche nach der passenden Internetagentur muss zunächst die eigene Vorstellung klar formuliert werden: Was möchte man überhaupt umsetzen (lassen), wie ist der Zeitrahmen, wie groß ist das zur Verfügung stehende Budget und welche Unterstützung ist gefordert? Eine Anforderungsliste mit möglichst genauen Forderungen erleichtert das Finden eines passenden Partners. Die anschließende Agentursuche lässt sich am besten anhand verschiedener Kriterien strukturieren: Die wichtigsten sind sicherlich die Größe der Agentur, die örtliche Nähe, die vorhandenen Referenzen, Interdisziplinarität und die Spezialisierung des Dienstleisters.

ALLES AUS EINER HAND?

Wie groß eine Agentur ist – das heißt, wie viele Mitarbeiter dort tätig sind beziehungsweise wie vernetzt eine Agentur ist –, kann in vielerlei Hinsicht wichtig sein: Zwar können größere Agenturen in der Regel mit vielen Experten aufwarten und durch die größere Mitarbeiteranzahl eine schnellere Umsetzung des Projekts ermöglichen sowie „alles aus einer Hand“ anbieten, was sicherlich von Vorteil ist, wenn man mehrere digitale Vorhaben umsetzen möchte. Gleichzeitig bedeutet es aber auch: Hat man selbst nur ein vergleichsweise kleines Budget zur Verfügung, muss man mit Abstrichen rechnen, beispielsweise erhält man oft wechselnde Ansprechpartner und kein Rundum-sorglos-Paket mit persönlicher Betreuung durch einen festen Ansprechpartner.

 

 Internetagenturen 2

GROSSE VIELFALT: Die in der FACTS-Kaufberatung erwähnten Agenturen haben zwar sehr unterschiedliche, aber dennoch insgesamt sehr übersichtliche Websites. Gesuchte Leistungen lassen sich schnell finden.

 

 

Grundsätzlich braucht man aber für kleinere Aufgaben im Webdesign oder bei der Suche nach kreativem Input keine große, international tätige Agentur. Bei kleineren Agenturen ist der Kontakt möglicherweise persönlicher, allerdings könnte es im Falle von Personalausfall beispielsweise durch Krankheit oder Urlaub zu Verzögerungen im Projekt kommen, wenn Ausfallzeiten nicht anderweitig kompensiert werden. Um aufzuzeigen, inwiefern sich kleine und große Agenturen unterscheiden – teilweise aber auch gleichen –, hat FACTS in der Tabelle (hier als PDF) sowohl internationale Agenturen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern als auch kleinere mit 16 Mitarbeitern einander gegenübergestellt.

KAMPF UM KUNDEN GEWINNEN

Von großer Wichtigkeit kann auch die Interdisziplinarität sein. Was dahintersteckt, ist eigentlich recht simpel: Den Kampf um den Kunden gewinnt man in der Regel nicht nur über die Kommunikation mit einem Medium, sondern durch die Kombination aller Möglichkeiten, die zur Verfügung stehen. Je breiter eine Agentur diesbezüglich aufgestellt ist, desto eher kann dieser Aspekt zufriedenstellend bedient werden. Auch die Frage nach der Spezialisierung ist wichtig: Ist das Angebot der Agentur auf einen bestimmten Fachbereich beschränkt, können die Kunden von spezifischem Fachwissen ausgehen und eine zielgerichtete Beratung hinsichtlich der Gestaltung der Inhalte erwarten. Das ist vor allem für unerfahrene Kunden von Vorteil. Eine Spezialisierung kann sich aber auch auf ein ausgewähltes Content-Management-System beschränken. Besonders sehr große Agenturen bieten aber das gesamte Spektrum an Internetdienstleistungen an, was durch die Vielzahl an unterschiedlich qualifizierten Mitarbeitern möglich wird.

Auf jeden Fall sollte auch ein Blick auf die Referenzen geworfen werden, denn hier lässt sich ablesen, ob das Unternehmen so arbeitet, wie man sich das vorgestellt hat: Wie ist die Qualität der anderen Internetseiten? Wie wurden ähnliche Projekte bei anderen Firmen umgesetzt? Und entsprechen diese in etwa den eigenen Vorstellungen?
Die örtliche Nähe der Agentur zum eigenen Unternehmen kann ebenfalls wichtig sein: Auch wenn sich auf digitalem Weg vieles regeln lässt, ein persönliches Kennenlernen vorab ist unbedingt zu empfehlen. Und auch der anschließende Kontakt – von Besprechungen bis hin zu Präsentationen – sollte bei Bedarf auf kurzem Weg persönlich erfolgen können. Für eine vertrauensvolle Partnerschaft ist das sogar unabdingbar. Wer diese Kriterien in einer Tabelle zusammenfasst und ausgesuchte Agenturen daraufhin für sich beurteilt, kann schnell drei bis fünf Unternehmen ausmachen, die in die engere Auswahl kommen. Diese sollten dann persönlich kontaktiert und gegebenenfalls um einen Agenturpitch (siehe Infokasten) gebeten werden, der vor allem bei größeren Projekten Sinn macht.

STRUKTURIERTE SUCHE WICHTIG

FACTS hat – orientiert an dem Internetagenturranking 2018, das vom Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW), HighText iBusiness und den Marketing-Fachmagazinen Horizont und W&V erstellt wurde – sechs unterschiedliche Agenturen herausgepickt und diese anhand der oben genannten Kriterien unter die Lupe genommen. Die Angaben stammen sowohl aus dem erwähnten Internetranking als auch aus den Informationen auf der Homepage der Agenturen. Es wird schnell deutlich: Kaum eine Agentur gleicht der anderen, alle haben durch ihre Größe, die Referenzen und die genannten Schwerpunkte eine unterschiedliche Ausgangslage und sprechen dadurch in der Regel auch unterschiedliche Zielgruppen an. Umso wichtiger erscheint die zielgerichtete und strukturierte, individuelle Suche wie oben beschrieben, um den passenden Partner für das jeweilige Projekt zu finden.

Anna Köster

 

 

INFO:

AGENTURPITCH

bild4

Ein sogenannter Agenturpitch (eine spezielle Präsentation einer Agentur, die sich um einen Auftrag bemüht) lohnt sich in der Regel erst ab mittelgroßen bis großen Projekten, da ansonsten der Aufwand des Dienstleisters nicht mehr im Verhältnis zum erwarteten Nutzen steht. Die im ersten Schritt ausgewählten drei bis fünf Unternehmen erhalten bei der ersten Kontaktaufnahme die Kerninformationen zum Projekt – es empfiehlt sich, hier offen zu kommunizieren, dass es sich um einen Agenturpitch handelt und Sie mehrere Agenturen kontaktiert haben. Diese wiederum erstellen ein auf Ihre Anforderungen passendes Konzept. Wundern Sie sich nicht, dass viele Agenturen für diese Arbeit bereits Geld verlangen: Denn egal, ob Sie die Agentur anschließend beauftragen oder nicht, es ist bereits Arbeit angefallen. Bei einer späteren Zusammenarbeit lassen sich diese Kosten aber in der Regel verrechnen. Der Pitch hilft zu sehen, ob die Agentur die Wünsche und Bedürfnisse verstanden hat und diese zielgruppengerecht umsetzen kann. Auch Missverständnisse können so im Vorfeld ausgeräumt werden.

 

 

Artikel als PDF


 Fotos: shutterstock

 
 
 
 

Aktuelles/Dialog

IN KONTAKT TRETEN

FACTS Verlag GmbH

Theodor-Althoff-Straße 45 • 45133 Essen

(+49) (0) 201 87 126 800

(+49) (0) 201 87 126 811