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IN EIGENER SACHE 10/2019

Kategorie: Aktuelle Ausgabe

In weiter Ferne, so nah!

Experten warnen bereits seit einiger Zeit: Die nächste Rezession kommt. „Die Krise naht“, bringt es Spiegel online lapidar auf den Punkt. Die typischen Warnsignale seien da. Jetzt gelte es, sich auf den Ernstfall vorzubereiten. Diese Meinung teilen zahlreiche Wirtschaftsspezialisten und Marktbeobachter.



Vor diesem Hintergrund erscheinen die zufriedenen und mit Blick auf die Zukunft hoch optimistischen Aussagen der Büromöbelbranche als umso erstaunlicher. Eine positive Meldung folgt der anderen – von Wahrnehmung eines beginnenden Abschwungs keine Spur. Zwar sagt der Industrieverband für Büro und Arbeitswelt (IBA) wegen der unsicheren politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ein geringfügig gebremstes Marktwachstum von 3,0 bis 3,6 Prozent für 2019 voraus. Doch insgesamt erklären sämtliche Akteure der Branche unisono, es gehe ihnen ganz gut.

Noch! Zugegeben realisierte laut IBA der deutsche Büromöbelmarkt im Geschäftsjahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr eine Umsatzsteigerung von 4,4 Prozent. Und aufgrund der durch die Digitalisierung entstandenen Veränderungen in der Arbeitswelt gibt es gewiss weiterhin Potenzial. Denn auch wenn in den meisten Büros noch an festen Arbeitsplätzen gearbeitet wird, gewinnt abteilungsübergreifende Projektarbeit allmählich die Oberhand. Gefragt sind daher kollaborative Lösungen für flexible Arbeitsformen. Hinzu kommt der in manchen Branchen zu beobachtende Fachkräftemangel, der Arbeitgeber dazu animiert, in ihren Räumen ein wohnliches Ambiente zu schaffen und ergonomische Arbeitsumgebungen zu bieten, um vorhandene Mitarbeiter zu behalten oder neue zu gewinnen.


KlausLeifeld


 

 

 

 

KLAUS LEIFELD, 
Geschäftsführer

 

 

 

Doch genau diese Faktoren, die derzeit noch Chancen bedeuten, bergen gleichzeitig Risiken. Flexibilisierung heißt etwa auch, dass sich mehrere Personen einen Arbeitsplatz teilen. Flächen werden effizienter genutzt. Für Büroeinrichter könnte es auf Dauer weniger Aufträge geben.

Last, not least hat der digitale Wandel zur Folge, dass Unternehmen vielfach in IT-Einrichtung und -Dienstleistungen investieren müssen – neue Betriebssysteme und Server, Datenschutz, effizientere Rechner, Schulungen für die Mitarbeiter. Da bleibt natürlich weniger Geld für Mobiliar. Laut des „Branchen-
fokus Bürowirtschaft“ von IFH Köln und BBE Handelsberatung wurden 2017 zwar 54,3 Milliarden Euro für Büroartikel ausgegeben. Doch vor allem PCs und Software sorgten für Umsatz. Im Teilmarkt Büroausstattung und 
-bedarf dagegen habe der Umsatz stagniert.

Und nun eine Rezession? Erfahrungsgemäß ist die Büromöbelbranche, auch wenn besonders konjunkturabhängig, doch etwas nachläufig zur allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung, sodass Abschwungsphasen verzögert einsetzen. So war das bei der jüngsten Krise, so könnte es auch diesmal sein. Wir bei FACTS haben jedoch das Gefühl, dass manchen Herstellern – auch wenn nicht allen – schon jetzt die Puste ausgeht. 

Wie dem auch sei, wir werden diesen Markt, der uns im Laufe der Jahre sehr ans Herz gewachsen ist, weiterhin wohlwollend, doch sehr aufmerksam beobachten und für unsere Leser über künftige Entwicklungen ausführlich berichten.

Herzlichst
Klaus Leifeld

  

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Foto: shutterstock, Elmar Wolff

 

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