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MYSTERY SHOPPING Innenraumbegrünung 2/2019

Kategorie: Aktuelle Ausgabe

Alles im grünen Bereich

Es ist kein Geheimnis, dass Pflanzen im Büro nicht nur für ein besseres Klima sorgen, sondern auch das Wohlbefinden steigern. Doch statt welche zu kaufen, gehen immer mehr Firmen dazu über, sie zu leasen oder zu mieten sowie einen Pflegeservice dazuzubuchen. FACTS hat verschiedene Dienstleister für die Innenraumbegrünung um ein Angebot gebeten – es verwundert nicht, dass Preise und Service teilweise stark voneinander abweichen.

 

Wie ein Wohlfühlbüro aussehen soll, kann ganz individuell ausfallen. Für FACTS gehört eine frische Innenraumbegrünung in jedem Fall dazu – und zwar sowohl in den Büros der Mitarbeiter als auch im Meetingraum. Einen solchen Bedarf haben immer mehr Firmen, die ihre Räumlichkeiten nicht nur optisch schöner gestalten, sondern auch ihren Mitarbeitern ein Gefühl von „zu Hause“ geben möchten. Praktischerweise lassen sich online viele Dienstleister finden, die genau das anbieten: Innenraumbegrünungskonzepte mit einem Full-Service, durch den man sich um die Pflege der Pflanzen keinerlei Gedanken mehr machen muss.

DIENSTLEISTER GESUCHT

Da bei FACTS bisher zwar hier und da Pflanzen angeschafft wurden, diese aber weder optisch zusammenpassten noch eine qualifizierte Pflege erfahren durften, sollte für die Zukunft eine bessere Lösung her. Die Redakteure schickten also – ganz eigennützig – eine Anfrage via Onlineformular an insgesamt sieben Anbieter, die teilweise deutschlandweit, vor allem aber im Raum Essen tätig sind (Niederlassungen siehe Tabelle): Ab Frühjahr 2019 sollte ein Dienstleister die Innenraumbegrünung übernehmen. Benötigt wird eine Bepflanzung für insgesamt acht Büros und einen großen Besprechungsraum, jeweils mit Fensterfront. Eine – wenn auch unbeabsichtigte – Herausforderung hat FACTS auch eingebaut: Die Ausschreibung ging Mitte Dezember raus, bis Ende Dezember war ein Angebot erwünscht. Wie schnell konnten die Anbieter so kurz vor den Feiertagen noch reagieren?

Die schnellste Rückmeldung erhielt FACTS noch am selben Tag: eine automatische Eingangsbestätigung von Systemgrün. Doch dabei blieb es dann auch, der Anbieter hat nie wieder von sich hören lassen – weder schriftlich noch telefonisch. Schade. Ebenfalls kein Angebot gab es von mohr-hydro. Etwa zu viel Stress vor dem Jahreswechsel? Dafür hätte FACTS sicher Verständnis gehabt – aber eine Antwort des Dienstleisters wäre dennoch höflich gewesen.

Webseiten Begruener

SO SIEHT ES AUS: Nicht nur auf den übersichtlichen Websites, sondern auch in den Angeboten zeigen die Hersteller die vielfältigen Möglichkeiten der Innenraumbegrünung.


Alle anderen haben in der gesetzten Frist ein schriftliches Angebot eingereicht – das schnellste Angebot (von Kinnula Hydro Kulturen) erreichte die Redaktion bereits am nächsten Tag. Zwei weitere Anbieter meldeten sich telefonisch mit dem Vorschlag eines kostenlosen Beratungstermins vor Ort sowie der Frage, ob ansonsten ein Standardangebot genügte. Das tat es. FACTS verglich alle Angebote, die die Dienstleister aufgrund der FACTS-Angaben ausschließlich in der schrift-
lichen Anfrage machten.

LEASING? KAUF? MIETE?

Einigkeit bestand bei der Anzahl der Pflanzen: Zehn Stück sollten es sein. Die einzige Ausnahme war Baumhaus. Der Anbieter bot zwölf Stück an, was allerdings dem Aktionsangebot des Unternehmens geschuldet war, das seine Pflanzen in Sechser-Paketen verkauft. Die größten Unterschiede in den Angeboten gab es in drei wesentlichen Punkten: In der Art des Angebots, in der Laufzeit der Verträge und natürlich im Preis.

Da FACTS bei der Anfrage offengelassen hat, ob Leasing, Kauf oder Miete gewünscht ist, waren auch alle drei Finanzierungsarten vertreten. AS Hydroplant schickte gleich zwei Angebote mit jeweils unterschiedlichen Leasing- und Kaufpreisen. Mit einer monatlichen Leasingrate von 99,40 Euro war jedoch Kinnula Hydro Kulturen am preiswertesten; am meisten, nämlich 154 Euro, müsste man bei Hydro-Plan monatlich bezahlen, knapp dahinter lag das zweite Angebot von AS Hydroplant mit 152 Euro im Monat. Bei allen Angeboten war neben den Pflanzen auch die entsprechende Pflege inbegriffen.

TabelleVerkuerzt web

* Ausschlaggebend für die Bewertung war der Gesamtpreis inklusive Pflege nach 12 Monaten. Die Qualität der Beratungs- und Serviceleistungen ließ sich in unserem Vergleich nicht testen un

Wer lieber kauft, statt zu leasen oder mieten, kommt mit einem Gesamtpreis von 1.950 Euro (ohne Pflege) bei akzente raumbegrünung am günstigsten weg. Am teuersten war wiederum das zweite Angebot von AS Hydroplant mit knapp über 3.000 Euro (ohne Pflege). Da bei einem Kauf die Pflanzenpflege hier optional angeboten wurde, kämen noch monatliche Kosten von 74 Euro (akzente raumbegrünung) oder 40 Euro (AS Hydroplant) hinzu. Dass 
die Pflanzenpflege bei einem Leasing- oder Mietangebot selbstverständlich dazugehört, ist nicht verwunderlich: Die Pflanzen können im Eigentum des Leasinggebers bleiben – deshalb ist er darauf bedacht, sie dauerhaft gut zu erhalten. Erstaunt hat die Redaktion allerdings, dass bei dem Kaufangebot von Baumhaus die monatliche Pflanzenpflege keine Option zu sein scheint, sondern für den Käufer verpflichtend ist, und zwar mit einer Laufzeit von einem Jahr – ein Minuspunkt 
für den Anbieter.

Auch bei den Laufzeiten musste FACTS kurz schlucken: Für 48 Monate, also ganze vier Jahre (!), muss man sich an AS Hydroplant binden, wenn man sich für eines der beiden eingereichten Leasingngebote entscheidet. Dem entgegen stehen die sehr flexiblen Laufzeiten (ab drei Monaten) von hydroplan, die im Vergleich deutlich mehr Freiheit bedeuten.

Tabelle mit Kosten

DIE KOSTEN IM BLICK: Die Angebote unterscheiden sich nicht nur in der Aufmachung, sondern teilweise in der Übersichtlichkeit sowie hinsichtlich der detaillierten Aufschlüsselung der Preise.

 

 FACTS hat zur besseren Vergleichbarkeit bei allen Angeboten hochgerechnet, was ein Unternehmen nach 48 Monaten inklusive Pflanzen und deren Pflege bezahlen müsste – ungeachtet der Tatsache, dass bei einem Kauf die Pflanzen direkt Eigentum sind, während sie beim Leasing und bei der Miete in der Hand des Anbieters bleiben. Ebenfalls außer Acht gelassen sind bei der Hochrechnung Preisanpassungen, die theoretisch jährlich stattfinden könnten, wie dies bei Baumhaus explizit im Angebot erwähnt wurde.

Aus der Tabelle (oben) wird deutlich, dass sich ein Kauf nur auf lange Sicht lohnt. Nach einem Jahr ist der zu zahlende Preis bei den Kaufangeboten inklusive Pflanzenpflege teils deutlich höher als das Leasingangebot. Anders sieht es nach vier Jahren aus, da keine monatliche Leasingrate plus Pflanzenpflege zu zahlen ist, sondern allein die 
Pflege. Die Leasingpreise sind deshalb nach 
48 Monaten deutlich höher in der Gesamtsumme, aber aus steuerlicher Sicht vorteilhafter. Am teuersten ist jedoch das Mietangebot von Hydro-Plan: Mit fast 7.400 Euro liegt es rund 3.200 Euro über dem günstigsten Kaufangebot. Was zunächst nach einer großen Differenz aussieht, muss aber mit Blick auf die Laufzeit betrachtet werden: Bei dem auf vier Jahre gerechneten günstigsten Angebot von AS Hydroplant MUSS man sich für 
48 Monate binden, bei Hydro-Plan kann man einen Vertrag mit einer beispielsweise nur dreimonatigen Laufzeit abschließen. Diese Freiheit kostet auf mehrere Jahre gerechnet nun einmal mehr.

Eine Frage, die sich den FACTS-Redakteuren stellte: Was passiert mit den Pflanzen nach Ablauf der Leasingzeit? Keines der Angebote ließ darauf schließen, dass die Pflanzen schließlich für einen geringen Restbetrag käuflich erworben werden können, oder ob sie in jedem Fall wieder komplett in den Besitz des Dienstleisters übergehen. Wo ist hier dann der Unterschied zum Mietangebot, bei dem die Begrünung eindeutig nur für einen bestimmten Zeitraum bereitgestellt wird?

BERATUNG AUSSCHLAGGEBEND?

Eine persönliche Beratung wurde übrigens von allen entweder schriftlich oder telefonisch angeboten, die ein Angebot abgegeben haben. Eine solche Beratung wird FACTS im nächsten Schritt auch von ausgewählten 
Anbietern in Anspruch nehmen. Mal sehen, 
welchen konkreten Unterschied die teils mehreren Tausend Euro vom günstigsten zum teuersten Angebot ausmachen.

Anna Koester

 

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Bilder: Webseiten der Anbieter, shutterstock

 
 
 
 

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