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PRAXIS Postbearbeitung 1/2019

Kategorie: Aktuelle Ausgabe
PRAXIS Postbearbeitung 1/2019

Briefe mit Identität

Änderungen und neue Produkte der Deutschen Post haben im vergangenen Jahr den Frankiermaschinenmarkt außerordentlich bewegt. Die größte Umgewöhnung erforderte der neue Frankierstempel für Mehrwertprodukte, der jeder Sendung eine eindeutige ID zuweist, sodass sie sich nachverfolgen lässt.

 

Bereits zum 1. Januar 2018 wollte die Deutsche Post den Infrastrukturrabatt einführen. Dieser neu gestaltete Preisnachlass für große Briefmengen brachte jedoch so einschneidende Veränderungen in der Postverarbeitung mit sich, dass die Post dem Aufschrei ihrer Geschäftskunden nachgab und eine Übergangsfrist bis zum 30. April 2018 einräumte. Gerade für Anbieter und Nutzer von Frankiermaschinen waren die Änderungen gravierend, da ein neuer Frankierabdruck entwickelt werden musste, der mit vielen älteren Maschinen nicht umzusetzen war: Die Hersteller hatten ihre Hardware in der Produktion und bei ihren Kunden nachzurüsten, viele Kunden mussten sogar neue Hardware anschaffen, wenn sie den Rabatt weiterhin erhalten wollten. Auch ohne Umstellung kann nach wie vor Post verschickt werden, doch ist der Mengenrabatt gekürzt worden und verschiedene nützliche Neuheiten bleiben vorenthalten.

Inzwischen sollten die Hürden alle genommen sein. Tatsächlich ging es bei der Maßnahme neben der Preisanpassung auch um Automatisierung, wovon natürlich vor allem die Deutsche Post profitiert. Doch auch die Geschäftskunden haben Vorteile, denn der neue Frankieraufdruck gilt nicht nur für den Mengenrabatt, sondern auch für die neuen Pro-dukte „Prio“ und „Warenpost“.

Prio ist eigentlich kein weiteres Produkt, sondern eine Zusatzleistung wie ein Einschreiben. Mit Prio werden normale Briefe oder Postkarten gegen 90 Cent Aufpreis bevorzugt behandelt und mit einer Sendungsverfolgung verbunden, sodass der jeweils aktuelle Status im Internet abgefragt werden kann. Die neue Warenpost wiederum funktioniert ähnlich wie die bewährte Warensendung, doch auch hier ist das Tracking möglich; die Mindestmenge beträgt 200 Sendungen pro Jahr, für größere Volumina gibt es einen Preisnachlass. Gerade für Onlinehändler mit kleinteiligen Produkten ist das eine interessante Versandart. Jüngst kam als neues Produkt noch die „Warenpost International“ hinzu, die keine Mindestmengen vorschreibt. Der Preis ist fix, egal ob die Ware nach Österreich oder Australien geht, günstiger wird er, wenn mehr als 500 Auslandssendungen im Jahr verschickt werden. Das Tracking für alle drei Produkte funktioniert nur mit dem neuen Frankierstempel, der eine eindeutige Sendungsnummer in Klarschrift enthält.

Alle anderen Änderungen am Frankierstempel haben Funktionen, die für Versender eher Kosmetik sind; der Post helfen sie bei der automatisierten Verarbeitung und Dokumentation.

 

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KLEINE ÄNDERUNGEN – GROSSE UMSTELLUNG: In der Frankatur steht jetzt „FR“ statt „FRANKIT“. Darunter bleibt Platz für die Produktbezeichnung oder andere Angaben. Ganz unten steht die Sendungs-ID in Klarschrift, die ein Tracking ermöglicht.

 

POST MIT VERTRAG

Für die Warenpost und den Infrastrukturrabatt müssen die Versender noch weitere Vorkehrungen treffen. Da der Preis an längere Zeiten und größere Mengen gekoppelt ist, wird ein Vertrag mit der Deutschen Post geschlossen. Bei der Verarbeitung bietet eine Frankiermaschine Unterstützung. Zur Warenpost stellt sie auch die Daten für die Einlie-ferliste zusammen, die gemeinsam mit den Sendungen in der Filiale abgegeben wird. Sendungen, für die man den Infrastrukturrabatt in Anspruch nehmen will, erfordern eine „Vorbehandlung“, weshalb diese Art der Rabattierung bis vor einem Jahr Teilleistungsrabatt hieß: Maschinenlesbare Adressierung, Vorsortierung und Nummerierung sind wichtige Tätigkeiten des Versenders, für die die Deutsche Post Preisnachlass gewährt. Jede Einlieferung muss rechtzeitig beim „AM.portal“ (AM steht für Auftragsmanagement) angemeldet werden und erhält eine Auftragsnummer, die im neuen Frankierstempel einen Platz bekommen hat. Mit modernen Frankiermaschinen lässt sich direkt eine Verbindung zu diesem Portal herstellen und der Auftrag abwickeln.

VORTEILE AUCH FÜR KUNDEN

Obwohl das Briefvolumen abnimmt, hat die Geschäftspost noch immer eine große Bedeutung für die Deutsche Post. Um rentabel zu arbeiten, sieht sie zu, dass sie interessante Produkte anbietet und vor allem möglichst viele Prozesse automatisiert. Der neue Frankierstempel schafft eine Grundlage für beides. So lästig eine Umstellung auch sein mag, letztlich haben auch die Postkunden etwas von den Neuerungen. Auch für sie gestaltet sich die Verarbeitung einfacher – und vor allem haben sie die Möglichkeit, über die Sendungs-ID vom Verbleib eines Briefs Kenntnis zu erhalten.

Anja Knies

 

INFO 

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FACTS hat eine Frankiermaschine von Francotyp-Postalia in den Test genommen, um zu prüfen, wie der Hersteller die neuen Anforderungen umgesetzt hat. Bei diesem Anbieter sind Frankiermaschinen in allen Größen – für wenige Briefe bis hin zum großen Postausgang – zu bekommen. Er hat bereits seine gesamte Range mit dem neuen Vermerk ausgerüstet. Der PostBase-Test läuft bereits, das Ergebnis wird in der nächsten Ausgabe vorgestellt.

 

 

Fotos: Silke Cremer 

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