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PRAXIS Schallschutz 4/2016

Kategorie: Aktuelle Ausgabe

Ein gelungenes Zusammenspiel

Eine Arbeitsumgebung zu gestalten, die es den Mitarbeitern ermöglicht, Bestleistungen zu erbringen und die gleichzeitig hohen ästhetischen Ansprüchen genügt – das erfordert Erfahrung und Kompetenz. Wie sich Funktionalität und ansprechende Optik gelungen miteinander verknüpfen lassen, erläutert Stephan Mühlmann, Fachberater im Vertrieb der ergopanel AG, geprüfter Büroeinrichter zbb und Quality-Office-Einrichtungsberater.

INTERVIEW

Muehlmann

STEPHAN MÜHLMANN, Fachberater im Vertrieb der ergopanel AG, geprüfter Büroeinrichter zbb und Quality-Office-Einrichtungsberater

 

 

FACTS: Die moderne Arbeitswelt ist flexibel und mobil – und die Anforderungen an die Mitarbeiter ändern sich ständig. Projektorientiertes Arbeiten in Teams gehört für viele längst zum Alltag. Welche Rolle spielt vor diesem Hintergrund die Gestaltung des Arbeitsplatzes für den einzelnen Mitarbeiter?

Stephan Mühlmann: Unsere Erfahrungen zeigen, dass Mitarbeiter sich Privatsphäre am Arbeitsplatz wünschen und sie sich bei der Gestaltung ihres Arbeitsplatzes aktiv mit einbringen möchten – etwa durch persönliche Gegenstände wie Bilder. Das geht jedoch nur, wenn die Führungsebene ihnen die entsprechenden Freiheiten einräumt. Zudem ist wichtig, dass es Bereiche für informelle Meetings und kurze Besprechungen gibt, an denen sich die Mitarbeiter austauschen können, ohne die anderen Kollegen zu stören. Wenn die Räumlichkeiten es zulassen, darf auch über eine Lounge-Ecke mit einem Flip-Chart oder einem Tischkicker nachgedacht werden, denn solche Orte fördern den kreativen Ideenaustausch. Gelingt das Zusammenspiel aus Konzentration und Kommunikation, so ist das Unternehmen in Bezug auf Flexibilität und Veränderungen für die Zukunft gut aufgestellt.

FACTS: Deutschland ist ein Wissensstandort – Wissen lässt sich vermitteln, wenn die Mitarbeiter gut miteinander kommunizieren und konzentriert arbeiten können. Inwiefern bilden Open-Space-Bürolandschaften dafür die passende Umgebung?

Mühlmann: Kommunikation findet auf diversen Ebenen statt: Diejenigen, die intensiv miteinander kommunizieren, sollten daher räumlich so angeordnet sein, dass kurze Wege gegeben sind. Damit sie die anderen Mitarbeiter nicht stören, werden dann unsererseits Zonierungsmodule eingesetzt. Wissensunternehmen müssen ihren Mitarbeitern eine Menge bieten, um sie dauerhaft zu binden und neue Kräfte zu gewinnen. Das wird zukünftig eines der zentralen Themen der Personalabteilungen werden. Gute Mitarbeiter legen Wert darauf, dass das Arbeitsumfeld stimmig ist und dazu gehört ein durchdachtes Design. Durch die Ergänzung mit ergopanels bringen wir wohltuende Farbe ins Spiel und mit dem Schaffen von Privatsphäre fördern wir Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Es ist also beides gestärkt. Dieses Ziel erreichen wir, indem wir die Prioritäten unserer Kunden erfragen. Dazu haben wir spezielle Fragebögen zur Hand, deren Auswertungen uns später als Planungsgrundlage dienen.

FACTS: In der heutigen Architektur dominieren Materialien wie Glas, Beton, Metall oder Stein. Was bedeutet das für die Gestaltung der Arbeitsumgebung?

Mühlmann: In Innenräumen reflektieren diese „schallharten“ Oberflächen aus Glas oder Beton im Gegensatz zu porösen, faserigen oder freischwingenden Flächen den Schall und weisen somit eine geringe Absorption auf. Die moderne Architektur schreit daher förmlich nach akustisch wirksamen Materialien. Das Problem ist allerdings, dass sich die Decke oftmals nicht dafür nutzen lässt, da dort eine Kühl- oder Wärmtechnik integriert ist, was eine weitere schallharte Fläche zur Folge hat. Gleichzeitig gibt es häufig die Anforderung, keine zu hohen Stellwände einzuplanen. Dieser Herausforderung begegnen wir beispielweise mit Glasaufsätzen im Arbeitsbereich oder schick gestalteten ergopanels, die wir von der Decke abhängen.

FACTS: Wie lassen sich in der Beratung generell funktionelle Aspekte mit dem Designanspruch verbinden?

Mühlmann: Nachdem wir die Fragebögen ausgewertet haben und die Ergebnisse in der Prioritätenmatrix sehen, stellt sich heraus, dass die Belastungsfaktoren ausnahmslos immer vor den Designaspekten stehen. Ein Kompromiss ist somit immer abhängig von den Arbeitsaufgaben der Menschen. Ein Beispiel: Mitarbeiter aus dem Bereich Werbung legen in der Regel mehr Wert auf Optik als Mitarbeiter in der Buchhaltung. Grundsätzlich sind unsere ergopanel-Produkte so gestaltet, dass wir verschiedene Formsprachen in Bezug auf Farbe und Material darstellen können. Auch lassen sich unsere Panels mit einem individuellen Druck versehen, indem wir Landschaften oder Kundenthemen darstellen.

FACTS: Ein dritter wesentlicher Punkt bei der Planung ist der Aspekt der Wirtschaftlichkeit. Wie lässt sich dieser berücksichtigen, um am Ende nicht nur Ästheten, sondern auch Ökonomen zu überzeugen?

Mühlmann: Diese Frage stellt sich nach unserer Beratung meist nicht mehr. Der Mensch verursacht in der Verwaltung immer die höchsten Kosten und gleichzeitig haben wir nur durch und mit Menschen die gewünschten Erfolge. Egal, mit welcher Tätigkeit die Menschen beauftragt sind, sie können nur in einem guten Arbeitsumfeld dauerhaft gute Leistungen erbringen. Wir werden ja zu Beratungen eingeladen, weil dies momentan nicht der Fall ist und dem Arbeitgeber ist häufig gar nicht bewusst, dass die Verteil- und Verlustzeiten während der Anwesenheit der Mitarbeiter mittlerweile bis zu 67 Prozent der gesamten Fehlzeiten ausmachen. Mit einem speziell von Lauble Consult entwickelten Programm können wir Ökonomen zeigen, dass sich die Investition innerhalb eines kurzen Zeitraums amortisiert.

FACTS: Innenarchitekten messen der Deckengestaltung eine ständig wachsende Bedeutung bei. Welche Auswirkungen hat die gezielte Gestaltung der Deckenfläche – hinsichtlich Optik, Akustik oder auch der Klimatisierung eines Raums?

Mühlmann: Sind Decken mit Kühl- oder Wärmeregulierungstechnik ausgestattet, lassen sich Deckensegel oft nur punktuell einsetzen, ohne die Funktionalität der Kühldecke zu beeinflussen. Eine Alternative sind Decken-Baffel, die sich jedoch nur auf Nachhallzeiten auswirken. Da es in Eingangsbereichen oder auch Besprechungsräumen störend ist, Stellwände zu platzieren und die dort üblichen großen Fensterflächen auch keine Akustikbilder erlauben, kann hier ein Deckensegel oder -Baffel sehr effektiv sein.

FACTS: Welche Rolle spielen weitere Hilfsmittel wie etwa schallschluckende Bilder bei einer Raumgestaltung, die funktionellen und ästhetischen Gesichtspunkten nachkommt?

Mühlmann: In Zeiten des angestrebten papierlosen Büros geht der Einsatz offener Schränke, die eine lärmmindernde Wirkung haben, zurück. Daher gewinnen bedruckte oder uni-
farbene Wandabsorber an Bedeutung. Diese Hilfsmittel mindern die Halligkeit, verhindern sogenannte Flatterechos und sorgen für ein angenehmes Sprachklima im Raum.

Daniel Müller

 

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