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TEST Pitney Bowes Relay 4500 1/2019

Kategorie: Aktuelle Ausgabe

Relay goes digital

Ist es ein Widerspruch, Briefe zu kuvertieren und die Maschine ans Internet anzubinden? Pitney Bowes sagt dazu Nein und hat die neue Relay-Serie sogar mit Windows 10 ausgestattet. FACTS hat sich das Ergebnis genauer angesehen.

 

 

Die Relay-Kuvertiermaschinenserie von Pitney Bowes bietet drei Modelle, die sich vor allem in der Produktivität unterscheiden und für verschieden große Volumina konzipiert sind. FACTS testete das größte Modell: Relay 4500. Das System ist nicht insgesamt neu: Die Hardware ist fast identisch mit dem bewährten System DI380, das FACTS bereits 2010 getestet und mit „sehr gut“ bewertet hat. Als neue Funktion kam das Sammeln von Dokumenten hinzu: Bis zu fünf Blatt werden zusammengeführt und gemeinsam gefalzt, sodass sie im Briefumschlag ineinander und nicht aufeinander liegen. Eine weitere Neuerung ist die in das System integrierte Kamera für die Matrixcode-Lesung, die optional erhältlich ist. Neu ist insbesondere das große Touchdisplay, auf dessen Bedienoberfläche die Maschine abgebildet ist und Verarbeitungsoptionen gewählt werden können. Neu sind außerdem die Windows-10-Benutzeroberfläche und die Anbindung ans Internet, womit viele ergänzende Funktionen möglich sind – heute und in Zukunft.

Die Hardware machte im Test eine außerordentlich gute Figur. In die drei Zuführungen passen jeweils über 300 Blatt oder Beilagen. Das System stellt die unterschiedlichsten Dokumentenkombinationen zusammen, falzt, kuvertiert und verschließt sie, bevor es sie im Ablagekorb stapelt – optional ist eine vertikale Kuvertablage erhältlich, bei der die Briefe von unten nach oben ausgegeben werden. Bei einfachen DIN-lang-Briefen mit Z-Falz erreicht das System eine Durchlaufgeschwindigkeit von 3.500 Briefen pro Stunde, dabei ist es zügig und sehr laufsicher. Das Endergebnis war stets sauber gefalzt und gut verschlossen. Qualitativ konnten die Tester keine Mängel feststellen. Erst bei absichtlich falschen Einstellungen der Falztaschen konnte die Testredaktion das Gerät zu einem Papierstau zwingen. Auf dem Display erschien eine Fehlermeldung mit Lokalisierung des Staus. Praktischerweise sind alle beweglichen Teile blau markiert, sodass man einfach überall hingelangt und das Problem schnell behoben war.

COMPUTER AN BORD

Die Tester befanden die Bedienung der Kuvertiermaschine über die Windows-10-Oberfläche als etwas gewöhnungsbedürftig, aber überwiegend gut gelungen. Dadurch, dass sich ein normales Computersystem auf dem Gerät befindet, kann eine Internetverbindung erstellt werden, wodurch eine Fernwartung oder zum Beispiel das Ansehen von Hilfsvideos direkt auf dem Bordcomputer möglich ist. Für die Bedienung nutzte die Redaktion das vorinstallierte Programm zum Kuvertieren. Um erstmals einen Job zu erstellen, musste die Bedienungsanleitung, die den Prozess gut Schritt für Schritt darstellt, zu Hilfe genommen werden. Nach und nach klickt man sich durch die Programmoberfläche und sucht sich aus, welche Falzart gewünscht ist, wie viele Blätter aus jeweils welchem Fach gezogen werden und ob der Briefumschlag verschlossen werden soll. Andere Details wie die Papierlänge oder die Kalibrierung der Adressposition sind natürlich auch einstellbar, waren aber – wie die Tester feststellten – meistens automatisch korrekt eingestellt.

JEDER WEISS BESCHEID

 Eine kleine, aber feine Besonderheit: Für Sonderformate oder zur Überprüfung befinden sich an der Kuvertiermaschine millime-tergenaue Skalen zum Messen der Falzlängen oder des Umschlags, damit man die korrekten Maße manuell eingeben kann. Praktischerweise wird je nach Falzart angezeigt, wie das Papier auszurichten ist. Alles in allem musste sich die Redaktion einmal mit dem System und der Anleitung befassen und konnte dann ohne nennenswerte Schwierigkeiten alle erdenklichen Aufträge erstellen.

Diese dann zu nutzen, war sehr simpel, so auch für die Kollegen, die mit Kuvertiermaschinen gar nicht vertraut sind. Die bildliche Darstellung der Kuvertiermaschine auf dem Bildschirm zeigt an, was wie gefalzt wird. 

Eine sinnvolle Benennung der unterschiedlichen Jobs unterstützt bei der schnellen Auswahl: DIN lang, Wickelfalz, fünf Blatt aus Zufuhr 1 – und jeder weiß Bescheid. Vor dem Start eines neuen Auftrags muss immer ein Testdurchlauf durchgeführt werden, doch das ist schon alles an Aufwand. Ein Stör-faktor im Test waren die Ungenauigkeit und die langsame Geschwindigkeit des Touchscreens, die manchmal zu einem Danebenklicken führten. Allerdings wurde FACTS versichert, dass hier in der finalen Version im Vergleich zur Beta-Version des Tests nachgebessert wurde: Das Displaymodell wurde bereits ausgetauscht.

Jonah Jeschonneck

 

FAZIT

Mit der Relay-Serie kombiniert Pitney Bowes die bestehende Kuvertierhardware mit einer zeitgemäßen Touchscreen-Bedienung und erweiterten Scanmöglichkeiten. Im Test konnte das System Relay 4500 vor allem durch seine Lauf-sicherheit und, wenn einmal korrekt eingestellt, leichte Bedienung überzeugen. Die Internetverbindung erweitert den Funktionsumfang und bildet die Voraussetzung für künftige Upgrades.

 

Produkt: Relay 4500
Beschreibung: Kuvertiermaschine
Anbieter: Pitney Bowes
Preis: ab 11.000 Euro exkl. MwSt.
Kontakt: www.pitneybowes.com/de 

 

Beurteilung

Sehrgut FACTS 01 2019

Produktivität: 6/6
Funktionalität: 6/6
Handhabung/Bedienung: 5/6
Qualität: 6/6
Konfiguration der Jobs: 5/6
Preis/Leistung: 5/6

Gesamtergebnis: sehr gut   

 

 


 Fotos: Silke Cremer/Anja Knies 

 
 
 

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