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TEST Snom D717 und A170 11/2019

Kategorie: Aktuelle Ausgabe

Hände frei!

Wer bequem telefonieren möchte, nutzt zusätzlich zum Hörer häufig auch ein Headset, das Hand- und Bewegungsfreiheit gewährleistet. Für ein professionelles Auftreten ist es besonders wichtig, dass die Gesprächsqualität beider Geräte stimmt und das Wechseln zwischen ihnen fließend erfolgt. FACTS hat getestet, ob das neue IP-Telefon Snom D717 in Kombination mit der dazu kompatiblen Headset-Station Snom A170 diese Voraussetzungen erfüllen kann. 

Als günstige Lösung mit minimalem Wartungsbedarf eignet sich das neue IP-Telefon D717 von Snom für Arbeitsplätze mit geringem Telefonaufkommen und bietet klare Vorteile wie eine übersichtliche Struktur sowie eine einfache Bedienung. Das Zusammenspiel mit der Snom-Headset-Station A170 erlaubt denen, die doch häufiger Gespräche führen, ein freihändiges Telefonieren und nicht zuletzt auch eine hohe Mobilität, was sich schließlich als ergonomisch sinnvoll erweist.

In der FACTS-Redaktion war das Einrichten des Telefons D717 und der Headset-Station A170 schnell erledigt. Nach etwa zehn Minuten hatten die Tester das Telefon sowie das Headset erfolgreich verkabelt, installiert und in Betrieb genommen. Das Telefon lässt sich in zwei Winkeln auf dem Tisch aufstellen. Es benötigt nichts weiter als ein Ethernet-Kabel, über das dank PoE (Power over Ethernet) auch die Stromversorgung erfolgt.

Das Telefon provisioniert sich automatisch und zeigt anschließend auf dem Display die IP-Adresse an, über die sich das Web-Interface anhand eines beliebigen Browsers aufrufen lässt. In diesem können nun die Funktionstasten belegt, diverse Einstellungen vorgenommen oder das Telefon in eine bestehende Telefonanlage integriert werden. Im Test verband sich das Telefon mit der bei FACTS verwendeten Starface-Anlage und führte sofort ein Firmware-Update aus, ohne jede manuelle Eingabe. Die Installation der Headset-Station A170 erfordert den Anschluss über drei bis vier Kabel, je nachdem ob auch eine USB-Verbindung zum Computer gewünscht ist. Die mitgelieferte Anleitung ist etwas wortkarg, doch mithilfe der Bilder und den Beschriftungen an den Kabelenden bereitet die Installation schließlich keine nennenswerten Schwierigkeiten.

VIELE FUNKTIONEN

Nachdem alles verbunden war, konnten die FACTS-Tester das Headset sowohl als Telefon, als auch als normalen Audio-Output für den PC nutzen – eine gute Sache, denn das Wechseln von Kopfhörern oder das Umstecken von Kabeln fallen aus. Um zwischen beiden Optionen zu wechseln, ist lediglich ein Knopfdruck an der Headset-Station notwendig.

Obwohl es als ein Einstiegsmodell in die IP-Telefonie konzipiert wurde, bietet das Snom D717 viele Funktionen, die Anwender mit dem übersichtlichen Web-Interface verwalten. Sie können bis zu sechs separate Rufnummern auf diesem Endgerät einrichten und nutzen. Überaus praktisch fanden die Redakteure, dass, nachdem sie die drei Funktionstasten mit einer Direktwahl, einem Besetztlampenfeld und einer Ruhefunktion belegt hatten, sich die Tasten auf dem Bildschirm von selbst beschrifteten. Außerdem überzeugte der Umgebungslichtsensor, der sich an die Helligkeit im Raum anpasst. Das ist angenehm für die Augen und hilft dabei, Strom zu sparen. Die Einstellung muss allerdings erst aktiviert werden. Die gesamte Bedienung erfolgte im Test nach Lesen der online erhältlichen Bedienungsanleitung und etwas Herumprobieren zügig und unkompliziert.

Die Headset-Station A170 ist in der Standardeinstellung auf Snom-Geräte eingerichtet, verbindet sich aber auch mit IP-Telefonen anderer Hersteller. Der Lieferumfang enthält zwei Akkus – eine Besonderheit bei DECT-Headsets. Einer gehört in das Ohr- und Mikrofonteil, das magnetisch an der Station hängt, während der andere im Fuß der Station lädt. Eine abnehmbare Abdeckung verbirgt diesen auf elegante Weise. Theoretisch sind unbegrenzte Telefonate möglich, da mindestens ein Akku immer lädt und der Anwender diesen auch während des Gesprächs tauschen kann.

HOHE MOBILITÄT

Das Headset bietet drei Trageoptionen: Direkt am Ohr oder per Bügel entweder über dem Kopf oder am Nacken entlang. Um zwischen den Möglichkeiten zu wechseln, nutzt man einen intuitiven Klick- und Drehmechanismus. Die Over-Head-Lösung wurde von den Testern zum Favoriten gekürt, aber für jeden fand sich eine bequeme Variante – auch für lange Gespräche und das Tragen des Headsets den ganzen Arbeitstag lang. Statt einer bei Headsets üblichen Bluetooth-Verbindung, nutzt die A170-Station DECT-Technologie, die eine hohe Mobilität im Büro ermöglicht: Die Reichweite beträgt 25 Meter um die Station. Im Test fing es erst nach etwa 30 Metern zu rauschen an. Weiterhin ist es möglich, direkt am Ohr über eine Multifunktionstaste Anrufe entgegenzunehmen, die Lautstärke anzupassen oder sich stummzuschalten. Die Tasten dazu sind zwar etwas klein und der Lautstärkeregler ist etwas wackelig, aber die FACTS-Tester fanden sich schnell mit der Bedienung am Ohr zurecht und genossen die Bewegungsfreiheit.

 

6 A170 Headset 3 Trageoptionen
 

Audio- und Gesprächsqualität fielen sowohl beim Telefonieren mit dem D717 als auch mit dem Headset sehr gut aus. Zuerst wurde das Gespräch über das Standtelefon getestet. Die enorme Klarheit der IP-Telefonie machte sich sofort bemerkbar. Über einen einzelnen Knopfdruck am Telefon wechselten die Tester zum Headset. Dabei änderte sich das Hörgefühl natürlich – man hört eben nur auf einem Ohr – aber keiner der Tester stellte einen merkbaren Qualitätsverlust fest. Das gilt auch für die andere Seite: Dank passivem „noise cancelling“ im Mikrofon wurden die von FACTS simulierten Umgebungsgeräusche zu großen Teilen herausgefiltert. Die Gesprächspartner bemerkten nach einem Wechsel von Telefonhörer zum Headset keine Unterschiede. Erscheinungsbild und Design des gesamten Pakets sind absolut professionell. Das D717 kommt optisch schlicht und modern daher und ist in Schwarz oder Weiß erhältlich. Anrufe, das Telefonbuch, die Mailbox und die Funktionstasten sind übersichtlich dargestellt. Warnhinweise oder Meldungen von verpassten Anrufen werden deutlich, aber keinesfalls störend angezeigt.

Auch die Headset-Station macht einen hochwertigen Eindruck auf dem Schreibtisch. Allerdings erfordert sie ein gutes Kabelmanagement, da für die volle Funktionsbreite vier Kabel von ihr ausgehen. Für designorientierte Kunden bietet Snom eine Alternative nur mit USB-Stecker an. Die drei Headset-Varianten verleihen dem Träger den klassischen Callcenter-Look. Darüber hinaus ist die Optik dezent und somit in keiner Weise zu auffällig.

Jonah Jeschonneck

  

FAZIT

Das Telefon Snom D717 an sich ist ein qualitativ hochwertiges Einstiegsmodell in die IP-Telefonie. Die selbstbeschriftenden Funktionstasten sind praktisch, die Bedienung ist benutzerfreundlich, das Gerät sieht modern aus und die Gesprächsqualität ist ausgezeichnet. In Kombination mit dem Headset-Set A170 wird der Telefonradius dank DECT-Verbindung auf bis zu 25 Meter erweitert und die Hände bleiben frei. Als besonders sinnvoll erweist sich die Anrufannahme direkt vom Headset aus, sodass man sich ohne Sorgen im Büro bewegen kann. Dabei leiden Gesprächsqualität und Komfort keinesfalls. Gerade wer in die Internettelefonie einsteigen möchte, ist mit dieser Kombination gut bedient.

 

Produkt: D717 
Beschreibung: IP-Telefon 
Anbieter: Snom 
Preis: 135 Euro (UVP exkl. MwSt.) 

Kontakt: www.snom.de

 

Beurteilung

Sehrgut FACTS 11 2019

Sprachqualität: 6/6
Bedienung: 6/6
Installation/Integration in Telekommunikationssystem: 6/6
Funktionalität: 5/6
Preis/Leistung: 6/6

Gesamtergebnis: sehr gut

 

 

 

 

Produkt: A170 
Beschreibung: Drahtloses DECT-Headset 
Anbieter: Snom 
Preis: 148 Euro (UVP exkl. MwSt.) 

Kontakt: www.snom.de

 

Beurteilung

Sehrgut FACTS 11 2019

Sprachqualität: 6/6
Bedienung: 5/6
Installation/Anschluss an Telefon: 6/6
Tragekomfort: 6/6
Preis/Leistung: 6/6

Gesamtergebnis: sehr gut

 

 


 Fotos: shutterstock (1), Silke Cremer

 
 
 

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