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Materialien und Arbeitskultur im Wandel

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Materialien und Arbeitskultur im Wandel

„Materials Culture“:  Die Orgatec zeigt, wie innovative Materialien die Arbeitswelt verändern. Ein Interview mit Dr. Sascha Peters

Traditionelle Herstellungsmethoden und Werkstofftechniken bieten besondere Optionen für die Gestaltung der heutigen Arbeitsumgebung. Dr. Sascha Peters, Gründer der Agentur Haute Innovation in Berlin, berichtet über die Sonderfläche „Materials Culture“, die er mit seiner Agentur auf der kommenden Orgatec zeigt. Die Berliner Trendexperten stellen darin die jüngsten Material-Innovationen an den Schnittstellen unterschiedlicher Kulturen vor.

Wie schon vor zwei Jahren präsentieren Sie auf der Orgatec wieder eine Sonderfläche zu innovativen Materialien für die Arbeitswelt. Haben sich die Schwerpunkte seit der letzten Messe verändert?

Dr. Sascha Peters: Vor zwei Jahren haben wir den Schwerpunkt auf sogenannte Smart Materials gelegt. Wir haben Werkstofflösungen gezeigt, die über eine intelligente Komponente verfügen und dem Nutzer einen funktionalen Mehrwert bieten – zum Beispiel in digitalen Umgebungen angesteuert werden können. In diesem Jahr nehmen wir die kulturellen Einflüsse auf Materialentwicklungen in den Blick – analog zum Motto der Messe Culture@Work.

Unter dem Titel „Materials Culture“ verweisen Sie auf die Wiederentdeckung traditioneller Herstellungsmethoden und Werkstofftechniken. Was genau zeigen Sie auf der Sonderfläche?

Peters: Wir stellen spannende Innovationen vor, die entweder durch die besonderen Einflüsse im Herstellungsland oder durch die im Material verwendeten Ressourcen getrieben sind. Vor allem haben wir auch an den Schnittstellen der verschiedenen Innovationskulturen hochinteressante Innovationen entdeckt.

Um welche Innovationen handelt es sich dabei?

Peters: Aktuell haben wir es mit zwei Innovationsrichtungen zu tun, die in ihrer Ausprägung sehr gegensätzlich anmuten. Beide haben jedoch ihre Berechtigung. Auf der einen Seite hat die Digitalisierung einen zunehmenden Effekt auf unsere Arbeitswelt, auf unsere Umgebung und auf unser Zusammenleben. Auf der anderen Seite wünscht sich die Gesellschaft einen nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen, in der Art und Weise, wie wir unser Leben gestalten.

Wie bedingen sich denn diese beiden Richtungen?

Peters: Da gibt es zahlreiche Überschneidungen und Entwicklungen, die sich gegenseitig positiv bedingen. Vor allem wenn es um die Rückverfolgbarkeit eingesetzter Ressourcen geht, werden uns digitale Instrumente in Zukunft dabei helfen, Materialien in Kreisläufen zu halten. Bei den Themen Gesundheit, Kreativitätsförderung und Konzentration wünschen sich viele offene, lichte Räume und den Einsatz natürlicher Materialien bei der Innenraumgestaltung. In dieser Hinsicht können die Besucher der Orgatec in unserer Ausstellung viele spannende Werkstoffe entdecken.

Wie beeinflussen die kulturellen Einflüsse in einem Land eigentlich die Herstellung und Verwendung von Materialien ganz konkret. Haben Sie da ein Beispiel?

Peters: Hier möchte ich gerne auf Schweden eingehen: 75 Prozent der Fläche des Landes sind mit Wald bedeckt – im EU-Durchschnitt sind es nur 42 Prozent. Traditionell wird Holz in Schweden im Baugewerbe und in anderen Industrien eingesetzt. Die starke schwedische Papierindustrie musste wegen der zunehmenden Nutzung digitaler Medien einen Verfall hinnehmen. Die Herstellung von Zeitungspapier ist in den Jahren 2000 bis 2014 um etwa 50 Prozent gesunken. Am KTH Royal Institute of Technology in Stockholm hat man daher vor einigen Jahren damit begonnen, Cutting-Edge-Werkstoffe für Hightech-Industrien und nachhaltige Produktsysteme auf Basis von Zellulose zu entwickeln. Und die Ergebnisse können sich sehen lassen: transparentes Holz, Zellulosehohlkugeln als Füllmaterial für Leichtbaulösungen, magnetische Holzzellulose für digitale Anwendungen oder ein Schaumstoff, der sich nach Benutzung als Verpackung oder Polstermaterial vollständig auf natürliche Weise abbaut. Das alles können die Besucher der Orgatec auf unserer Sonderfläche bestaunen.

Die Sonderfläche „Materials Culture“ wird auf der Orgatec bis zum 27. Oktober 2018 in Halle 8 gezeigt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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