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Nachhaltigkeit: Investitionsthema Nummer 1

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Nachhaltigkeit: Investitionsthema Nummer 1

Aktuell dient ein Großteil der vom Mittelstand getätigten Investitionen dem Klimaschutz – zumindest beantragen viele Unternehmen dafür eine Finanzierung. Umgekehrt fordern auch Banken von ihren Kunden zunehmend Transparenz hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeitsaktivitäten.

Im „Finanzierungsmonitor 2020“ hat der Mittelstandsfinanzierer creditshelf die Ergebnisse einer in Deutschland durchgeführten Befragung unter Finanzentscheidern zusammengefasst. Daraus geht hervor, dass jeder vierte Befragte eine Finanzierung für Klimaschutzmaßnahmen in Anspruch nimmt. Damit rangiert das Thema Nachhaltigkeit in diesem Zusammenhang auf Platz eins vor den Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie der Finanzierung neuer Standorte oder geplanter Übernahmen. Doch unabhängig vom Finanzierungsgrund möchten auch Banken zunehmend von den Unternehmen Transparenz bezüglich Klimaschutz: 67 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass ihre Hausbank bereits Informationen zu Aktivitäten in Sachen Klimaschutz und Nachhaltigkeit gefordert habe.

„Nachhaltigkeit und Klimaschutz nehmen für 88 Prozent der Befragten bereits einen wesentlichen Teil der Unternehmensstrategie ein. Niemand kann sich dem Thema mehr entziehen. Aber Lippenbekenntnisse reichen nicht aus, die Firmen müssen Taten folgen lassen – und deshalb auch investieren“, sagt Dr. Daniel Bartsch, Vorstand und Gründungspartner von creditshelf. Viele Maßnahmen seien sehr kapitalintensiv, trügen aber nicht direkt zum wertschöpfenden Prozess bei.

Eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie kann auch nach Meinung von Prof. Dr. Dirk Schiereck beträchtliche Kosten nach sich ziehen. Der Leiter des Fachgebiets Unternehmensfinanzierung an der TU Darmstadt sieht neben der Produktionskette und den dazugehörigen Dienstleistern auch in der Verwaltung viel Potenzial. „Zentral ist die Frage: Wie weit ist ein Unternehmen gewillt zu gehen?“, fragt der Finanzierungsexperte, der den „Finanzierungsmonitor“ seit seiner ersten Auflage im Jahre 2016 wissenschaftlich begleitet. „Soll zum Beispiel die Energieversorgung für eine Produktionsstätte nicht mehr mit konventionellem Strom betrieben werden, kann schnell und günstig auf einen grünen Versorger mit erneuerbaren Energiequellen zurückgegriffen werden. Alternativ kann das Unternehmen aber auch eine Solaranlage auf dem Dach installieren. Das bedarf zwar einer größeren Finanzierung, kann sich aber langfristig rechnen.“

Ein Fazit der Studie ist, dass Nachhaltigkeits-Projekte nicht nur aus Umweltschutzgründen wichtig seien, sondern auch ein positives Unternehmensimage unterstützen. „Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist es wichtig, eine positive Reputation auszustrahlen, um Top-Talente anzuziehen“, meint Bartsch. „Auch viele Kunden achten verstärkt darauf, dass eine Marke gesellschaftlich akzeptiert ist. Nachhaltigkeitsinvestitionen können sich also langfristig als renditestarkes Investment herausstellen.“ Acht von zehn Unternehmen achten inzwischen auch selbst bei der Auswahl von Lieferanten und Dienstleistern auf deren Nachhaltigkeits-Bemühungen.

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