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Test Mystery-Shopping: Notebook-Kauf

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Test Mystery-Shopping: Notebook-Kauf

Nicht mehr und nicht weniger

Schon im vergangenen Jahr führte FACTS einen Notebook-Mystery-Shopping-Vergleich durch. Dabei wurde offensichtlich, dass sich der Fachhandel damit schwer tut, genauestens definierte Vorgaben einzuhalten. Auch bei einem neuen Mystery-Shopping wurde deutlich, dass es viele Händler mit den gestellten Anforderungen häufig nicht so genau nehmen.

artikel4 mystery office aBei der Neuanschaffung eines Notebooks sollte man sich zuallererst überlegen, wofür man das neue Gerät überhaupt einsetzen will. Für die von der FACTS-Redaktion angeforderten Geräte war wichtig, dass sie sich zur Text- und Bildbearbeitung sowie für den Zugang zum Internet eignen. Um es den Fachhändlern einfacher zu machen, legte die Redaktion genau fest, welche Eigenschaften diese Notebooks besitzen sollen. Dazu gehörte: ein günstiger, jedoch leistungsstarker Prozessor, ein Display ab 13,3 Zoll, ein genügend großer Speicher, eine integrierte Kamera, ein Netzwerkanschluss, Bluetooth 4.0 sowie ein integriertes DVD-Laufwerk.

EXTRAWÜNSCHE BEACHTEN

Nachdem die Redaktion diese Kriterien festgelegt hatte, wurde dieser Angebotskatalog mit einem kurzen Anschreiben unter dem Deckmantel eines befreundeten Unternehmens per E-Mail an die autorisierten Fachhändler von verschiedenen namhaften Herstellern verschickt. Um zu sehen, wie die Fachhändler auf zusätzliche Wünsche reagieren, wurde eine Excel-Tabelle an die Anfrage angehängt, in der die Fachhändler alle wichtigen technischen Details zusammentragen sollten. Bemerkenswert war, dass schon nach zwei Stunden von dem ersten Fachhändler drei Angebote vorlagen. Jedoch lag der Festplattenspeicher der Notebooks bei zwei Angeboten leider deutlich unter der von der Redaktion gestellten Anforderung, das dritte Notebook hatte weder ein DVD-Laufwerk noch einen Netzwerkanschluss. Das war keinesfalls das, was verlangt war. Drei Stunden später ging das nächste Angebot von einem Toshiba-Fachhändler ein: Es war nahezu einwandfrei. Das einzige Manko bestand darin, dass der Prozessor wesentlich leistungsstärker und somit auch kostspieliger war als der von uns angeforderte Prozessor.

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WEITERE ANGEBOTE

In den nächsten Tagen kamen noch zwei weitere Angebote von den Fachhändlern, die weiteren sechs offenen Anfragen wurden schlichtweg ignoriert. Hierbei stellt sich die Frage, wieso die Händler erst gar nicht geantwortet haben. Ob zehn Notebooks zu wenig waren, die Anfrage der Redaktion zu spezifisch war oder im Spam-Ordner landete bleibt dahingestellt. Ein Angebot von Panasonic wirkte auf den ersten Blick recht treffend, wenn auch teuer. Jedoch stellte sich das Notebook bei genauerem Hinsehen als Outdoor-Gerät heraus, das mit knapp drei Kilogramm gänzlich ungeeignet für den Bürogebrauch war. Es ist nicht wirklich nachzuvollziehen, wieso dieses Angebot erstellt wurde, obwohl die Anforderung explizit auf den Verwendungszweck hingewiesen hatte. Als die FACTS-Redaktion die Hoffnung schon fast aufgegeben hatte, wurde nach 13 Tagen, kurz vor Ablauf der Frist, ein perfektes Angebot von einem weiteren Toshiba-Fachhändler übermittelt. Da der angebotene Laptop in der Grundausstattung nicht über den gewünschten Arbeitsspeicher verfügte, bot der Händler der FACTS-Redaktion eine Speichererweiterung an. Trotzdem war dieses Angebot das günstigste von allen und das am besten auf die Anforderungen passende. Bei der Recherche im Internet fiel die Wahl der Redaktion auf ein Toshiba-Notebook, das den Anforderungen entsprach und dem besten Angebot der Fachhändler sehr nah kam. Preislich lag das Online-Angebot dabei auch deutlich unter denen der Fachhändler. Der FACTS-Redaktion ist hierbei völlig bewusst, dass es sich bei diesem Mystery-Shopping lediglich um eine Stichprobe handelt und dass das Ergebnis keineswegs repräsentativ ist. Jedoch scheint sich seit dem letzten Mystery-Shopping bei den Fachhändlern nicht viel getan zu haben, denn erneut wurden viele Anfragen und Anforderungen schlichtweg ignoriert. Und schon wieder steht der eindeutige Sieger fest: Das Internet, das die treffendsten und günstigsten Angebote bereitstellt.

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INFO Bluetooth 4.0 gegen den Kabelsalat

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Bluetooth wurde bei seiner Einführung als Retter gegen den Kabelsalat angepriesen. So kann zum Beispiel im Auto bei einem Anruf auf den Griff zum Handy verzichtet werden, wenn dieses über Bluetooth mit der Freisprecheinrichtung verbunden ist. Auf einem Smartphone eingeschaltetes Bluetooth sorgte aber bisweilen häufig dafür, dass der Akku sehr schnell leer war. Das neue Bluetooth 4.0 mit seinen energiesparenden Eigenschaften entwickelt sein ganzes Potenzial vor allem bei Sportsensoren, Wearables und Smartwatches, die vorher aufgrund des hohen Stromverbrauchs auf diese Technologie verzichten mussten. Damit ist Bluetooth 4.0 ein weiterer Schritt in Richtung des „Internets der Dinge“.

INFO Arbeitsspeicher – wie viel darf es sein?

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Wird ein sich auf der Festplatte befindendes Textdokument geöffnet, wird es erst einmal im Arbeitsspeicher zur Bearbeitung zwischengelagert. Ist der Arbeitsspeicher voll, können diese Daten zwar auch über die Festplatte verarbeitet werden, was aber zu einem deutlichen Leistungsabfall führt. Deswegen ist es sinnvoll, bei einem Notebook-Kauf darauf zu achten, dass dieses mit genügend Arbeitsspeicher daherkommt. 8 Gigabyte Speicher sollten in den meisten Fällen zur Text- und Bildbearbeitung reichen, bei aufwendigeren Aufgaben wie Videobearbeitung oder Videospielen sollte allerdings aufgerüstet werden.

 
Fotos: iStockphoto LP

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