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Digitalisierung im Mittelstand? So lala

Digitalisierung im Mittelstand? So lala

Trotz Digitalisierungsschub zeigt der Mittelstand in Sachen Digitalisierung Nachholbedarf.

Als die Mitarbeiter pandemiebedingt ins Homeoffice geschickt wurden, kam die Wirtschaft mit ihrer Digitalisierung voran. In vielen Unternehmen beschränkte sich dies jedoch darauf, hybride Arbeitsplätze einzurichten und den Mitarbeitern den Fernzugang zu Daten zu ermöglichen. Was die Digitalisierung von Geschäfts- und Verwaltungsprozessen angeht, sieht sich die Hälfte der mittelständischen Unternehmen mit 20 bis 499 Mitarbeitern als Nachzügler, bei größeren Mittelständlern teilt diese Einschätzung ein Drittel.

„Das digitale Büro sorgte insbesondere in den vergangenen Monaten für bessere Arbeitsfähigkeit und Zusammenarbeit in der hybriden Arbeitswelt. Aber wir sehen im Mittelstand, dass es bei der Digitalisierung von Geschäftsprozessen konkrete Rückstände gibt. Das liegt vor allem an strukturellen Digitalisierungsdefiziten, die im Mittelstand schon seit längerer Zeit bestehen“, sagt Nils Britze, Bereichsleiter Digitale Geschäftsprozesse beim Bitkom, der eine repräsentative Umfrage zu diesem Thema durchgeführt hat. An der Investitionsbereitschaft der Unternehmen hat sich auch während der Pandemie nichts geändert – weder in technische Mittel noch in die Qualifikation der Mitarbeiter. Tatsächlich ergab die Umfrage, dass das Qualifikationslevel sogar abgenommen hat: Im Jahr 2020 gaben noch drei Viertel der mittelständischen Unternehmen an, über die erforderlichen Mitarbeiter zu verfügen, um die Digitalisierung voranzutreiben. Jetzt sagen das nur noch 60 Prozent – und damit sogar etwas weniger als 2018, als es 62 Prozent waren.

Das digitale Büro zeichnet sich unter anderem auch durch papierarme Prozesse aus. Hier haben die mittelständischen Unternehmen im Jahr 2020 große Fortschritte gemacht: Waren 2018 die Geschäftsprozesse erst von 29 Prozent der Unternehmen überwiegend papierlos, stieg der Wert auf 40 Prozent. Aktuell verzeichnen die Unternehmen jedoch einen kleinen Rückgang auf 36 Prozent. Im Einsatz digitaler Lösungen zeigen sich ähnliche Tendenzen: Zwar nutzen mit 95 Prozent fast alle mittelständischen Unternehmen digitale Lösungen wie CRM, ECM oder ERP. Allerdings waren es im Vorjahr schon 98 Prozent und 2018 96 Prozent.

Die größten Hürden bei der Digitalisierung des Büros sieht der Mittelstand im hohen Investitionsbedarf sowie im Zeitmangel für Digitalisierungsprojekte (jeweils 70 Prozent). 67 Prozent fehlen ausreichend Standards. Auch die Anforderungen an die IT-Sicherheit (60 Prozent) sowie die Angst vor Datenverlust (59 Prozent) spielen bei mittelständischen Unternehmen eine große Rolle. „Nur durch den Einsatz von modernsten digitalen Technologien lassen sich die hohen Anforderungen an Datensicherheit überhaupt erst umsetzen“, sagt der Bitkom-Experte. „Bei der richtigen Ausgestaltung wird das Digital Office zum Wettbewerbsvorteil im Mittelstand.“