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Erfolgsfaktoren digitaler Transformationsprozesse 

Studie: Erfolgsfaktoren digitaler Transformationsprozesse 

Wie kann die digitale Transformation gelingen? In einer Fallstudie hat das Fraunhofer IAO gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung sowie mit Unterstützung der Otto Group die wichtigsten Erfolgskriterien zusammengetragen.  

Probierfreudigkeit, Innovationskultur, offene Kommunikation und Veränderungsbereitschaft auf der Führungsebene – diese Faktoren sind entscheidende Voraussetzungen für die erfolgreiche digitale Transformation eines Unternehmens. Das gilt unabhängig von dessen Größe, Branchenzugehörigkeit und Geschäftsfeldern. Dies ergibt sich aus den Erfahrungsberichten von Führungskräften deutscher Firmen, die im Rahmen einer Fallstudie von der Bertelsmann Stiftung gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO ausgewertet worden sind. Die Bereitschaft zur Veränderung entscheidet über die Zukunftsfähigkeit vieler Betriebe. „Wer die Chancen des digitalen Arbeitens mutig und gezielt nutzt, verschafft sich einen klaren Wettbewerbsvorteil. Dies gilt erst recht in der Coronakrise“, erklärt Ole Wintermann, Arbeitsexperte bei der Bertelsmann Stiftung. 

Große Einigkeit unter den Studienteilnehmern herrscht insbesondere dahingehend, dass die technische Umstellung auf digitale Anwendungen und Arbeitsmittel nur den Anfang der Veränderung markiert. Eine konsequente und langfristig ausgerichtete digitale Transformation umfasst vielmehr das Unternehmen als Ganzes, inklusive seiner Strategie, Organisation, Kultur, Kommunikation sowie der Fähigkeiten seines Personals. Um diese komplexe Aufgabe zu bewältigen, ist es laut Auffassung der Befragten entscheidend, dass die Mitglieder des Top-Managements die Veränderungen annehmen, vorleben und gegenüber der Belegschaft transparent kommunizieren. Neben der Vorbildfunktion der Geschäftsführung fällt insbesondere dem mittleren Management die wichtige Aufgabe zu, ihre Mitarbeitenden in die Veränderungsprozesse einzubinden.  

Die Einbindung möglichst aller Mitarbeiter ist nicht nur deshalb von entscheidender Bedeutung, um eine unternehmensweite Akzeptanz für den Wandel zu schaffen. Deren Know-how und Flexibilität seien unverzichtbar, um gemeinsam innovative Lösungen hervorzubringen, so die Überzeugung der Befragten. Kooperationen mit Start-ups oder wissenschaftlichen Einrichtungen wiederum können wertvolle Impulse von außen liefern. „Bei der digitalen Transformation führen viele Wege ans Ziel. Wie die Erfahrungen unserer Studienteilnehmer zeigen, ist Ausprobieren deshalb die beste Methode für den Erfolg. Doch dafür braucht es den nötigen Freiraum und Vertrauensvorschuss, denn Rückschläge gehören zu diesem Prozess unvermeidlich dazu“, sagt Josephine Hofmann, Studienautorin und Leiterin des Bereichs Zusammenarbeit und Führung am Fraunhofer IAO, deren Bedeutung.

Gemeinsam mit der Studie hat das Team der Bertelsmann Stiftung und des Fraunhofer IAO den „Digital Pathguide“ angekündigt. Das neue Onlinetool der Bertelsmann Stiftung bietet Unternehmen die Möglichkeit, anhand einer Befragung sowohl des Arbeitgebers als auch der Mitarbeiter den eigenen Status quo hinsichtlich der Digitalisierung zu ermitteln. Nach einer Einstufung auf Basis der eigenen Angaben zeigt der „Digitale Pfadfinder“ andlungsempfehlungen und mögliche nächste Schritte auf. 
 
 
Für die Datenerhebung wurde ein Methodenmix aus qualitativen Face-to-Face-Interviews und dem quantitativen, onlinebasierten Assessment Center des Digital Pathguide verwendet. 14 Männer und sechs Frauen aus der Führungsebene 15 verschiedener Unternehmen wurden jeweils anhand beider Methoden befragt. Die Befragten sind zwischen 30 und 60 Jahre alt. Die dazugehörigen Betriebe sind privatwirtschaftliche Unternehmen und decken eine möglichst große Bandbreite an unterschiedlichen Branchen ab. Sie beschäftigen zwischen 18 und 16 500 Mitarbeitenden. Zudem existieren die Betriebe seit mindestens zehn Jahren und weisen daher gewachsene Strukturen auf, die es zu verändern gilt.