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Interview: Wirtschaft in der Coronakrise

Interview: Wirtschaft in der Coronakrise

„Wir wollen als Quelle der Inspiration dienen“

Thomas Fröscher, Geschäftsführer der Fröscher GmbH und Co. KG, stellt im Gespräch mit FACTS seine Sicht zu den Auswirkungen der Coronakrise auf sein Unternehmen und auf die Wirtschaft im Allgemeinen dar.

FACTS: Die Coronakrise hat Märkte und Unternehmen unterschiedlich hart getroffen. Was tat Ihrer Firma besonders weh?

Thomas Fröscher: Hart getroffen hat uns insbesondere, dass bereits fest eingeplante Aufträge verschoben oder storniert worden sind.

FACTS: Hatte die Zwangspause für Ihr Unternehmen auch positive Auswirkungen? Was hat sich durch Corona bereits verändert?

Fröscher: Unser Team ist noch enger zusammengerückt und hat sich Gedanken über die Zukunft unseres Unternehmens, den Markt und unsere Kunden gemacht. In einem Workshop kam heraus, dass wir die Bekanntheit steigern müssen, und haben somit während der Coronazeit freigewordene Vertriebskapazitäten in Social Media investiert. Des Weiteren haben wir für die veränderten Arbeitsweisen einen Coworkingspace auf dem Lande mit 1.100 Quadratmetern Fläche in Eigenleistung umgebaut. Dies hatte zur Folge, dass wir weniger Kurzarbeit benötigten und eine Geschäftsidee realisiert haben.

FACTS: Welche weiteren Folgen vermuten Sie?

Fröscher: Homeoffice hat sich während der Coronazeit etabliert. Wir rechnen damit, dass auch zukünftig je nach Branche zwischen 30 und 70 Prozent Homeoffice fortbestehen wird.
Dies ist abhängig von den Aufgaben und Tätigkeiten. Man kommt zum Austauschen, sich Abstimmen und für Workshops in das Unternehmen. Je nach Situation im Homeoffice, kann ungestörter und konzentrierter zu Hause gearbeitet werden.

FACTS: Werfen Sie inzwischen einen neuen Blick auf Wirtschaft und Gesellschaft?

Fröscher: Neue Arten der Zusammenarbeit werden in Wirtschaft und Gesellschaft entstehen. Viele Mitarbeiter wollen Ort und Zeit der Arbeitsleistung selbst bestimmen. Dies wird veränderte Arbeitszeitmodelle, sowie einen höheren Anteil an Freiberuflern mit sich bringen. Das Thema Work-Life-Balance, Familie und Beruf besser in Einklang zu bringen, wird von mehr Mitarbeitern realisiert werden.

FACTS: Seit 1950 hat es laut Statistischem Bundesamt bereits sechs Rezessionsphasen gegeben – der stärkste wirtschaftliche Einbruch habe 2009 im Rahmen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise stattgefunden. Wie schätzen Sie die aktuelle Krise ein?

Fröscher: Wir sind in Deutschland wieder sehr schnell aus der Krise herausgekommen.
Da wir jedoch heute weltweit verknüpft sind und häufig Ursache und Wirkung räumlich und zeitlich voneinander entkoppelt sind, werden Vorhersagen schwieriger.

FACTS: Falls die Krise noch länger dauert: Wie sollen Unternehmen auf Dauer mit einer geringeren Nachfrage umgehen?

Fröscher: Hier möchte ich nicht über andere Unternehmen sprechen. Wir haben uns zum Ziel gemacht, den Ausbau unserer Serviceleistungen und innovative Konzepte mit unserer Erlebniswelt zu realisieren sowie neue Arbeitszeitmodelle und Arbeitsweisen zu schaffen.
 
Unter unserem Slogan: „Fröscher, Freiraum für Innovation“ wollen wir für unsere Kunden als Quelle der Inspiration dienen.