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Arena Drehstühle: Interstuhl vs. Inwerk

Arena Drehstühle: Interstuhl vs. Inwerk

Kontrahenten auf Augenhöhe?

Die Battles im Rahmen des großen Bürodrehstuhltests, der sich über das gesamte Jahr erstrecken wird, gehen in die erste Runde. FACTS hat die Gegner für den ersten Zweikampf ausgelost: In den Ring gestiegen sind der EVERYis1 von Interstuhl sowie der Executio Chair von Inwerk. Welches Modell hat im Praxistest die Nase vorn und schafft es in die Endausscheidung?

Moderne Drehstühle mit hochwertiger Ausstattung – zu einem vergleichsweise günstigen Preis – gibt es einige auf dem Markt. Doch erst der Praxistest zeigt, wie gut sich die jeweiligen Modelle für einen Acht-Stunden-Einsatz im Büro und Homeoffice wirklich eignen. FACTS hat Ende vergangenen Jahres in einer Ausschreibung Hersteller um entsprechende Stühle gebeten; diese stehen bereits an den Schreibtischen der Kollegen und werden seit Januar auf Herz und Nieren im Büroalltag getestet, und zwar in großem Maße über das gesamte Jahr hinweg – zunächst in einzelnen Battles, anschließend in einer finalen Endausscheidung unter den Stühlen mit den meisten Punkten. Das Los für das erste Battle fiel zum einen auf den EVERYis1 von Interstuhl und zum anderen auf den Executio Chair von Inwerk.

Die Anforderungskriterien für die Modelle waren klar definiert: Der Stuhl sollte eine Synchronmechanik enthalten, eine verstellbare Lordosenstütze sowie eine gepolsterte Rückenlehne – und der Preis sollte (netto) möglichst nicht 450 Euro übersteigen.

Im direkten Vergleich

Allein aus optischer Sicht unterscheiden sich die Stühle in einigen Punkten: Das Interstuhl-Modell wirkt auf den ersten Blick etwas wuchtiger als sein Kontrahent, was insbesondere an der Rückenlehne liegt, die nach unten hin breiter wird. Auch die Sitzfläche ist hinten breiter als vorne. Der Stoffbezug ist gröber, fühlt sich aber angenehm weich an. Von hinten betrachtet weist die Rückenlehne einen kleinen „Absatz“ auf, der sich etwas glänzend hervorhebt und als Stilelement verbaut wurde.
Dagegen läuft die Lehne des Inwerk-Modells nach unten hin schmaler zu und ist mit einem modernen Aluminiumbügel mit Doppelaufhängung als Designelement versehen. Hinten sind zudem mehrere Belüftungsschlitze sichtbar, die beim EVERYis1 fehlen. Durch diese Schlitze kommt etwas mehr Luft an den Rücken, wenn der Nutzer sich anlehnt – das kann an hitzigen Arbeitstagen sehr angenehm sein. An der Vorderseite der Rückenlehne ist im Stoff eine Steppung mit 14 Lamellenkissen zu erkennen. Insgesamt wurde der Executio Chair als „schlanker“ empfunden und allein auf die Größe bezogen als passender fürs Homeoffice definiert, da dort gegebenenfalls nicht sehr viel Platz vorhanden ist. Dafür erschienen aber die Komponenten beim EVERYis1 einen Hauch hochwertiger.

Hinsichtlich der Stabilität liegt in den Augen der Tester Interstuhl leicht vorne: Denn rüttelt man an den jeweiligen Rückenlehnen, ist Inwerks Drehstuhl etwas „wackeliger“, was nicht zuletzt daran liegt, dass die Lehne insgesamt schlanker gestaltet ist als beim Gegner im Battle. Die Lehne beim Interstuhl-Modell wirkt im direkten Vergleich etwas fester und stabiler.
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EVERYis1 von Interstuhl

Intuitiv einstellbare Funktionen, eine gute Lordosenstütze und ein schönes, modernes Design – den Testpersonen gefiel das
Interstuhl-Modell sehr gut.
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Executio Chair von Inwerk 

Bei den Testern punktete das Inwerk-Modell insbesondere mit den einfach vorzunehmenden Einstellungsmöglichkeiten, seiner schmalen Optik und den Belüftungsschlitzen in der Rückenlehne.

Den Rücken unterstützen

Eine weitere Sache fiel den Testsitzern auf: Die Verstellung der Lordosenstütze ist beim Executio Chair vergleichsweise präsent auf der Rückseite der Rückenlehne zu finden, während sie beim EVERYis1 im Praxistest kaum wahrgenommen wird. Für ihre Verstellung benötigt man bei beiden Drehstühlen jeweils beide Hände – und wer nicht gänzlich ungelenkig ist, schafft das auch sehr gut aus dem Sitzen heraus. Bei Interstuhls EVERYis1 kommt man in sitzender Position ein wenig besser an die beiden Verstellhebel, die sich seitlich an der Rückenlehne befinden und eine stufenlose und leichtgängige Verstellung erlauben. Die Lordosenstütze selbst ist nur leicht im unteren Rücken zu spüren. Bei Inwerks Executio Chair muss man die Arme ein kleines Stück weiter nach hinten bewegen, um an den Schiebetaster zu gelangen. Das Spektrum der Verstellmöglichkeiten ist aber insgesamt etwas größer als bei Interstuhl und die Stütze ist deutlicher im Rücken spürbar – aber keinesfalls unangenehm.

Nicht nur die Lordosenstütze, auch alle anderen Einstellungen konnten die Tester bei beiden Drehstühlen sehr intuitiv finden und vornehmen, zumal beide unter dem Sitz ähnliche Hebel vorweisen, die beispielsweise für die Höhenverstellung oder die Arretierung der Rückenlehne vorhanden sind. Dafür verdienen beide die volle Punktzahl. Zehn von zehn Punkten gab es ebenfalls für die sehr gut funktionierende Synchronmechanik und die Einstellung des Rückenlehnengegendrucks bei beiden Modellen.

Den meisten Punktabzug haben beiden die Armlehnen eingebracht, die allerdings nicht zu den Ausschreibungskriterien zählten und somit optional zu sehen sind: Abgesehen davon, dass die Armlehnen sich optisch leicht in der Form unterscheiden, waren die Tester vor allem mit der Verstellung in der Breite bei beiden Modellen nicht sehr zufrieden: So lässt sich die Breiteneinstellung (die für Menschen mit etwas mehr Leibesfülle durchaus notwendig sein kann) bei Interstuhl nur mit Werkzeug durchführen. Bei Inwerk ist sie werkzeuglos über Drehrädchen durchführbar – allerdings haben beim Ausprobieren die meisten Nutzer zu weit gedreht, wodurch die Armlehnen abgefallen sind und erst einmal wieder neu „angeschraubt“ werden mussten.

Sitzgefühl

Insgesamt war das Sitzgefühl auf beiden Stühlen gut bis sehr gut. Unterschiede in der Wahrnehmung haben sich vor allem dadurch ergeben, dass Menschen mit verschiedenen Körpergrößen und -breiten Platz genommen haben – und die Teststühle unterschiedliche Sitzflächen aufweisen. Als etwas komfortabler wurde das Interstuhl-Modell bewertet, da es zum einen eine größere Sitztiefenverstellung zulässt und zum anderem eine breitere Sitzfläche hat, die vorne etwas schmaler ist als im hinteren Bereich. Außerdem wurde die Festigkeit des Sitzpolsters als „angenehm“ bezeichnet, während einige Tester die Sitzfläche bei Inwerk im direkten Vergleich als etwas hart empfanden. Hier kommt es aber natürlich auf die persönlichen Vorlieben an: Die einen sitzen lieber weicher, die anderen härter …

Die Einstellung des Schiebesitzes über eine Schiebetaste rechts unter der Sitzfläche war bei den ersten Versuchen bei beiden nicht sehr einfach – vor allem nicht aus dem Sitzen heraus. Wenn man weiß, dass dazu ein wenig mehr Kraft und Schwung aus der Hüfte notwendig ist, klappt es aber gut. Etwas leichter ging es bei Inwerk von der Hand.
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FAZIT

Ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen – beide Modelle sind auf einem absolut hohen Niveau gefertigt und erreichen entsprechend hohe Punkte im Praxistest. Nur einen Hauch vorne liegt das Interstuhl-Modell, das insbesondere beim Sitzkomfort punkten konnte. Beide Stühle haben den Einzug ins Finale geschafft, da sie die dafür notwendige Punktzahl von 80 erreicht haben
Anna Köster
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Info zur Punktevergabe

In jeder Kategorie (siehe Bewertungstabelle) sind jeweils maximal 10 Punkte zu holen. Die vergebene Punktzahl ergibt sich aus dem Mittelwert aller verteilten Punkte durch 10 Testpersonen. Insgesamt sind 100 Punkte möglich. Mindestens 80 Punkte sind für die Qualifikation für den großen Bürodrehstuhltest im Oktober notwendig, bei dem sich die Besten der Besten messen.