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Drucksysteme: Kurs auf „Zero-Waste“

Drucksysteme: Kurs auf „Zero-Waste“

Eine optimierte Druckerflotte erlaubt es nicht nur, deutliche Einsparungen zu realisieren, sondern wirkt sich zudem positiv auf die Klimabilanz des Unternehmens aus. Inwiefern Kyocera Kunden die Möglichkeit bietet, klimafreundlich zu drucken, erläutert Stephen Schienbein, Vertriebsdirektor bei Kyocera Document Solutions.

FACTS: Sind Ihres Erachtens Umweltfragen wegen der Coronakrise ins Hintertreffen geraten?

Stephen Schienbein: Aufgrund der Coronapandemie ist der Klimaschutz in den vergangenen Monaten aus den Schlagzeilen verdrängt worden – aber keineswegs aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit. So plädieren knapp 58 Prozent der Befragten einer Onlineumfrage dafür, die Klimaschutzmaßnahmen trotz der Coronakrise nicht zu lockern. Deswegen sollten auch Unternehmen ihren potenziellen Beitrag zur Reduktion von CO2-Emissionen prüfen. Ein Ansatz dafür ist die Senkung des Papieraufwands – und damit auch der Druckkosten.

FACTS: Stichwort Papieraufwand: Wie sieht es derzeit damit aus?

Schienbein: Rund 18 Millionen Menschen arbeiten hierzulande in Büros – und circa 40 Prozent von ihnen drucken nach wie vor jede Woche zwischen 21 und 100 Seiten. Vom papierlosen Büro scheint man also in Deutschland immer noch ein ganzes Stück weit entfernt. Dabei sind umweltfreundliche Büroprozesse für fast drei Viertel der Angestellten in Deutschland und Österreich wichtig oder sogar sehr wichtig, wie eine Umfrage im Auftrag von Kyocera Document Solutions ergeben hat.

FACTS: Wie lassen sich hier nachhaltigere Verhältnisse schaffen?

Schienbein: Der Königsweg hin zum nachhaltigen Büro ist die deutliche Senkung des Druckaufwands mithilfe der Digitalisierung papierintensiver Prozesse im Rahmen der Einführung eines Dokumentenmanagement-Systems (DMS). Bis dieses implementiert worden ist, bieten sich aber bereits eine Vielzahl von Maßnahmen für die Übergangszeit an.

FACTS: Und zwar?

Schienbein: Ein erster, einfacher Schritt, um CO2 und Geld zu sparen, ist der Einsatz des beidseitigen Duplexdrucks. Durch den geringeren Papiereinsatz wird Müll vermieden und der Entsorgungsaufwand gesenkt. Kopier- und Druckerpapier oder Briefumschläge aus wiederverwendbarem Material können diese Maßnahmen ergänzen. IT-Verantwortliche sollten zudem durch die Installation aktueller Druckertreiber und die richtige Einstellung des Stromsparmodus den Energieverbrauch der verwendeten Geräte minimieren. Optimiert wird dies durch die zusätzliche Einrichtung einer modernen Print-&-Follow-Lösung, sodass Druckaufträge nur dann ausgeführt werden, wenn der Mitarbeiter diese am Gerät auch tatsächlich abruft.

FACTS: Für Unternehmen heißt das also, ihre Druckerflotte auf Vordermann zu bringen?

Schienbein: In der Tat sollten Unternehmen, die weiter in Richtung eines „Zero Waste“-Arbeitsplatzes gehen wollen, eine komplette oder zumindest teilweise Erneuerung ihrer Druckerflotte in Erwägung ziehen. Der Vorteil: Eine solche Lösung schont nicht nur die Umwelt, sondern erhöht auch die Effizienz und senkt so die Kosten. Das Klinikum Landkreis Erding in Bayern beispielsweise hat durch Austausch und Reduzierung seiner Druckerflotte die Kosten um circa 30 Prozent gemindert. Das akademische Lehrkrankenhaus der Technischen Universität München mit seinen etwa 1.000 Beschäftigten vermeidet auf diese Weise zugleich seit Mai 2015 bereits CO2-Emissionen im Volumen von insgesamt rund 23 Tonnen. Darüber hinaus ist das Drucken durch die Installation einer Print-&-Follow-Lösung auch noch sicherer geworden.

FACTS: Wir sprechen hier über Großunternehmen …

Schienbein: Auch kleine und mittlere Unternehmen, die sich umwelt- und klimafreundlicher ausrichten wollen, können bei der Beschaffung neuer Drucker oder Kopierer auf stromsparende Geräte mit einem niedrigen TEC-Energieverbrauchswert („Energy Star“) achten. Verantwortliche im Einkauf sollten zudem auf Produkte setzen, die nicht nur langlebig und energieeffizient, sondern auch sparsam und recycelbar verpackt sind. Gemäß der Devise „vermeiden – vermindern – kompensieren“ kann schließlich sogar die CO2-Neutralität sichergestellt werden. Da sich der Kohlendioxidausstoß bei der Produktion von Geräten und Verbrauchsmaterialien nie vollständig vermeiden lässt, bietet sich hier ein nachträglicher Ausgleich durch CO2-Zertifikate an.

FACTS: Wie unterstützt Kyocera Unternehmen auf dem Weg hin zum nachhaltigen Büro?

Schienbein: Kyocera sieht sich mit der „Print Green“-Initiative als Vorreiter auf diesem Gebiet. Bereits seit 2013 werden unsere Toner klimaneutral ausgeliefert. Wir verpacken Drucker und Multifunktionsgeräte zudem mit bis zu 75 Prozent weniger Material als Wettbewerber, darüber hinaus sind diese Produkte seit Oktober 2019 ebenfalls komplett klimaneutral. Bei der Herstellung entlang der gesamten Produktionskette – von der Gewinnung der notwendigen Rohstoffe bis hin zu Transport und Verwertung – unvermeidlich emittiertes Kohlendioxid wird dabei nachträglich über Zertifikate kompensiert, hinter denen Investitionen in internationale Klimaschutzprojekte stehen.

So wird durch die Zertifikate nach dem anerkannten Gold-Standard zum Beispiel das Tembea-Projekt im Westen Kenias gefördert. Dabei senken regionale Produktion und Vertrieb von effizienten Haushaltskochern den Holzverbrauch der Bevölkerung. Hilfe bei der Aufforstung bedrohter Regenwaldflächen, Umweltbildung und Kleinkredite verbessern darüber hinaus ganz konkret die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort. Zwei weitere Projekte finden sich in Nepal und Madagaskar. Als zusätzlichen Service bietet Kyocera seinen Kunden zahlreiche Hilfestellungen auf dem Weg zum nachhaltigen Büro – sei es durch ein effizientes DMS, durch Unterstützung bei der Modernisierung der Druckerflotte, durch umweltschonende Produktion und Logistik bei der Lieferung oder beim nachträglichen Ausgleich der Klimabilanz durch CO2-Zertifikate. Die erfolgreiche Vermeidung von Kohlendioxidemissionen lässt sich darüber hinaus detailliert dokumentieren.

Graziella Mimic
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STEPHEN SCHIENBEIN, Vertriebsdirektor bei Kyocera Document Solutions  


"Bei der Beschaffung von neuen Drucksystemen sollten Verantwortliche im Einkauf auf Produkte setzen, die nicht nur langlebig und energieeffizient, sondern auch sparsam und recycelbar verpackt sind."