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Test: Online-Frankierlösung

Test: Online-Frankierlösung

Same same but different

Ganz wie eine Frankiermaschine sieht die Mailstation aus, sie ist aber keine: Es handelt sich um eine Online-Frankierlösung für Internetmarken. Ein Frankierwerk besitzt sie nicht. Die neue Lösung von Pitney Bowes verbindet sich mit dem Portokassen-Account der Deutschen Post und druckt Internetmarken direkt auf Kuverts. FACTS hat die Mailstation bereits vor der Marktreife in den Test genommen.

„Was ist denn daran anders?“, fragten sich die Testredakteure, als sie das Paket mit der Mailstation öffneten. Tatsächlich sieht der kleine Internetmarken-Drucker ganz wie eine Frankiermaschine aus: Er hat eine Waage, ein Display und einen Zuführschlitz. Im März, lange bevor die Mailstation erhältlich war, hat FACTS sie gemeinsam mit dem Partnerverlag GW als Alpha- und Betatester im Alltag genutzt.

Einfache Installation der Mailstation

Die Installation war bemerkenswert einfach: Drucker aufstellen, Waage anstöpseln, Anbindung ans WLAN vornehmen, fertig. Plug&Play wie versprochen, obwohl Frankieren Sicherheitsanforderungen stellt wie ein Geldautomat – ach, wäre die Integration ins Netzwerk doch immer so einfach. Anschließend meldet man sich bei der Portokasse an und die Frankierlösung ist bereit: Die oft langwierige Registrierung bei der Deutschen Post, wie bei herkömmlichen Frankiermaschinen, entfällt. Auch beim Betrieb waren alle Nutzer äußerst zufrieden mit der Menüführung, die selbsterklärend ist und selbst Neulinge intuitiv ohne Anleitung zum gewünschten Produkt oder zu einer Aktion führt – eine Kostenstelle einrichten, einen Report abrufen, ein häufig genutztes Produkt als Favoriten nach vorn rücken und weiteres. Favoriten schlägt die Mailstation übrigens auch von sich aus vor, wenn eine Sendungsart immer wieder genutzt wird. Sieht man das ebenso, stimmt man dem Vorschlag einfach zu.

Entwicklung im laufenden Betrieb

In der Zeit vom Alphatest bis zur Marktreife hat Pitney Bowes sämtliche Rückmeldungen der Test-Kunden zeitnah umgesetzt. Beispielsweise stellte sich das Porto anfangs nach jeder Frankierung zurück auf Standardbrief, was eine Gefahr von Fehlfrankierung barg, wenn man nicht darauf achtete und eifrig weitere Großbriefe freimachte. Alles wurde behoben und die Fülle an Funktionen peu à peu vervollständigt: Kostenstellen, Auslandsporto und anderes mehr – plötzlich war da, was es in der vorangegangenen Woche noch nicht gegeben hatte. Und es wird auch so weitergehen: So ist es bisher noch nicht möglich, einen zusätzlichen Aufdruck neben dem – übrigens sehr kleinen – Frankierstempel aufzubringen, weshalb der Umschlag sehr schlicht aussieht. Auch das war eine Aufgabe im Alphatest: herausfinden, ob dieses doch recht aufwendige und mit Kosten verbundene Extra ein Nice-to-Have oder ein Must-Have ist. Hier scheiden sich die Geister. Während die einen darin einen Mehrwert sehen, der dem Umschlag eine Identität verleiht, empfinden andere ihn als störend und bevorzugen die schlichte, eher förmliche Erscheinung. Weil der Anteil an Pro-Rückmeldungen an Pitney Bowes erheblich größer war, wird an der Umsetzung gearbeitet.
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same same … Per Display oder Waage kommt man zum gewünschten Produkt. Auch alle anderen Funktionen sind leicht aufzufinden.
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… but different: Die Hardware der Mailstation ist ein reiner Drucker ohne Frankierwerk. Der Portoabdruck ist kleiner als gewohnt.

Vorteile durch Online-Frankierung

Ein kleines Manko zeigte sich bei der Mailstation wie bei jedem Tintenstrahldrucker: Wenn man sie nach dem Wochenende startet, nimmt sie sich zunächst eine kleine Auszeit, um die Düsen zu reinigen. Außerdem ist der Zuführschlitz flach und so tief, dass Frankierstreifen nur auf etwas größeren Trägerbögen zugeführt werden können.

Eine Online-Frankierlösung lohnt sich insbesondere, wenn Unternehmen mehrere Filialen betreiben. Sie benötigen an jedem Ort nur einen eigenen Drucker und greifen auf dieselbe Lösung zu. Auch im Homeoffice ließe sich ein solcher Drucker aufstellen. Denn anders als bei einer Frankiermaschine sind alle Daten sowie das Porto im Portokassen-Account bei der Deutschen Post gespeichert, die Hardware selbst stellt nur die Verbindung dazu her.

Mailstation mieten statt kaufen

Die Mailstation gibt es nicht zu kaufen, Pitney Bowes stellt sie zur Miete bereit. Darin sind neben der Hardware und dem Portalzugang auch die Druckerfarbe, der Service und alle Softwareupdates enthalten. Kürzeste Vertragslaufzeit ist derzeit 24 Monate und kann anschließend quartalsweise gekündigt werden. Geplant ist, dass die Portokasse auch für Pakete und postunabhängige Onlinedienste nutzbar gemacht wird – doch das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Anja Knies

FAZIT: TESTURTEIL

Urteil der Redaktion

Von der Plug&Play-Installation bis zu den fertig frankierten Sendungen lässt die Handhabung der Mailstation nichts zu wünschen übrig. Was langjährige Postverantwortliche schätzen werden: Das Frankiermaschinen-Feeling bleibt erhalten, denn dieser Zwitter aus klassischer Maschine und Portal verhält sich ganz wie gewohnt, stellt aber die Hardware „pur“ bereit, Geld liegt im Portokassen-Account.
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Produnkt:  Mailstation
Beschreibung:  Online-Frankierlösung
Anbieter:  Pitney Bowes
Preis: 27,90 Euro/Monat exkl. MwSt.
Kontakt:  www.pitneybowes.de
Beurteilung
Installation:
Funktionalität:
Bedienung/Handhabung:
Druckbild:
Gesamtergebnis:
Sehr gut